+
Mueller (M) hatte seinen Bericht am Freitag an US-Justizminister William Barr übergeben - und seine Untersuchungen damit nach fast zwei Jahren abgeschlossen. Foto: Cliff Owen/FR170079 AP

Trump entlastet

Mueller-Bericht: Keine Hinweise auf Absprachen mit Moskau

Mit Spannung hatte der politische Betrieb in Washington auf Details aus dem Bericht von US-Sonderermittler Mueller gewartet. Nun sind die Informationen da - und die haben es in sich.

Washington (dpa) - US-Sonderermittler Robert Mueller ist nach Angaben des US-Justizministeriums in seinem Bericht zu dem Schluss gekommen, dass es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 keine geheimen Absprachen zwischen dem Wahlkampflager Donald Trumps und Russland gegeben hat.

Das geht aus einem am Sonntag veröffentlichten Brief von Justizminister William Barr an den US-Kongress hervor. Mueller traf der Zusammenfassung zufolge zudem keine Festlegung, ob Trump die Justiz behindert habe, sondern er legte Indizien in beide Richtungen vor. Der Bericht komme nicht zu dem Schluss, dass der Präsident ein Verbrechen begangen habe, er entlaste ihn aber auch nicht, hieß es.

Mueller hatte seinen vertraulichen Bericht am Freitag zunächst an US-Justizminister William Barr übergeben - und seine Untersuchungen zur Russland-Affäre um Präsident Donald Trump damit nach fast zwei Jahren abgeschlossen.

Mueller hatte von Mai 2017 an dazu ermittelt, ob es bei den mutmaßlichen Versuchen russischer Einflussnahme auf den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen dem Trump-Lager und Vertretern Russlands gab - und ob Trump mit der Entlassung von FBI-Chef James Comey die Justiz behindert hat. Die Ermittlungen haben zu mehr als 30 Anklagen geführt, darunter gegen sechs Menschen aus Trumps Umfeld.

Trump war Muellers Untersuchung ein gewaltiger Dorn im Auge. Immer wieder bezeichnete er sie als "Hexenjagd". Der Präsident warf Mueller und seinem Team vor, den Demokraten helfen zu wollen.

Nach dem Ende der Ermittlungen hielt Trump sich aber zunächst auffällig zurück und äußerte sich nicht öffentlich. Der Präsident spielte am Samstag und Sonntag Golf in Florida, sein Twitterkonto blieb zunächst bis auf zwei eher belanglose Nachrichten stumm. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, erklärte, nach der Übergabe des Berichts lägen die nächsten Schritte bei Barr.

Brief

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Attentäter von Halle wollte 2018 als Soldat zur Bundeswehr
Vor gut einem Jahr wollte der spätere Attentäter von Halle zur Bundeswehr? Warum der Mann, der damals schon zuhause Waffen baute, diesen Plan später verwarf, weiß man …
Attentäter von Halle wollte 2018 als Soldat zur Bundeswehr
FDP will Reform der Grundsteuer zustimmen
Die Reform der Grundsteuer betrifft Hunderttausende Hauseigentümer und Mieter. Es drängt die Zeit, denn bis Jahresende muss sie stehen. Nach zähen Verhandlungen geht es …
FDP will Reform der Grundsteuer zustimmen
Türkei-Offensive in Syrien: Erdogan verspottet Maas - Eklat um US-Vizepräsident Pence
Die Türkei setzt ihre Offensive in Syrien fort. Ihr Präsident macht sich über den deutschen Außenminister lustig. Alle aktuellen Nachrichten im News-Ticker.
Türkei-Offensive in Syrien: Erdogan verspottet Maas - Eklat um US-Vizepräsident Pence
Bahn günstiger, Fliegen teurer - Koalition drückt aufs Tempo
Gesetz für Gesetz will die Koalition vorankommen beim Klimaschutz. Was am Mittwoch beschlossen wurde, betrifft fast alle, die viel unterwegs sind. In Bundestag und …
Bahn günstiger, Fliegen teurer - Koalition drückt aufs Tempo

Kommentare