Friederike Sturmist bisher Ministerialrätinim Finanzressort

Staatsbeteiligung

Kabinett beruft neue Lotto-Chefin

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München – Bayern bekommt eine Lotto-Chefin. Die Ministerialrätin Friederike Sturm wird nach Informationen unserer Zeitung die Spitze der hochprofitablen Lotterieverwaltung übernehmen. Das Kabinett hat bereits in geheimer Sitzung zugestimmt.

Der bisherige Lotto-Chef Erwin Horak, seit 1997 im Amt, geht Mitte des Jahres in Ruhestand. Horak, der sich in den Auseinandersetzungen um das staatliche Lotto, private Anbieter und die Digitalisierung bundesweit einen Namen gemacht hat, wurde von der Staatsregierung schon mal über die Altersgrenze hinaus verlängert. „Er hat eine super Arbeit gemacht“, attestiert Finanzminister Markus Söder (CSU).

Eine der heikelsten Aufgaben für Horak in der jüngeren Zeit dürfte der Umzug vom geliebten „Palais“ am Münchner Karolinenplatz in einen Bürobau auf der Schwanthalerhöhe gewesen sein. Die Lotto-Mitarbeiter landeten 2011 bis 2014 mitten im politischen Kampf um die Ansiedelung der umstrittenen Acatech-„Akademie“, des israelischen Generalkonsulats und den Erhalt des Amerikahauses. Horak pendelte die Stimmung der 1000 Lotto-Mitarbeiter offenbar präzise zwischen Groll und letztendlichem Gehorsam aus. Er trug auch Söders Wunsch mit, eine Außenstelle in Nürnberg zu eröffnen.

Söder bestätigt den Wechsel auf Nachfrage. Friederike Sturm arbeite „sehr korrekt, aber innovativ“. Ihre Feuerprobe bei Söder bestand sie nach der Flutkatastrophe 2013, als die Beamtin die vom Finanzminister verfügte unbürokratische Auszahlung von Hilfen koordinierte. Sie ist außerdem Mitglied der Datenschutzkommission beim Landtag. Sturm wechselt bereits in wenigen Tagen in die Lotto-Zentrale, um sich einige Wochen einzuarbeiten. Der Job ist, anders als in anderen Ländern, kein politisch zugeschachertes vergoldetes Austragsstüberl, sondern in die Beamtenbesoldung eingepasst (B5, 8200 Euro).

Für den Staat ist Lotto finanziell ein Glücksfall, trotz der angeschlossenen teils defizitären Spielbanken. Vergangenes Jahr machte Lotto nach offiziellen Angaben 1,1 Milliarden Euro Umsatz, schüttete aber nur 537 Millionen in Bayern aus. 400 Millionen Euro flossen in den Staatshaushalt – jedes Kreuzerl ein dickes Geschenk für den Finanzminister.

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