Ab 2022

Kabinett: Neue Recyclingquoten und klarere Einweg-Kennzeichnung

Berlin - Für Verpackungsabfälle sollen künftig höhere Recyclingquoten gelten. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, der dem dualen System strengere Vorgaben macht.

Demnach müssen spätestens in sechs Jahren 63 Prozent der Kunststoffverpackungen recycelt werden - bisher sind es 36 Prozent. Bei Metallen soll die Quote von heute 60 auf 90 Prozent im Jahr 2022 steigen. Auch für Papier (heute 70 Prozent) und Glas (heute 75 Prozent) sieht der Entwurf als neue Zielquote 90 Prozent Recycling vor. Wer Verpackungen in Umlauf bringt, die über das duale System - zum Beispiel mit der gelben Tonne - entsorgt werden sollen, muss dafür Lizenzgebühren bezahlen. Künftig sollen sich die Gebühren dem Gesetzentwurf zufolge stärker an ökologischen Aspekten orientieren. 

"Das belohnt die Hersteller, die bei der Gestaltung von Verpackungen von Anfang an berücksichtigen, wie diese recycelt werden können", erklärte das Bundesumweltministerium. Daneben will die Regierung die Aufstellung von sogenannten Wertstofftonnen fördern. In diese kann neben Verpackungsabfällen auch anderer Müll aus Kunststoff und Metall geworfen werden. Die Entscheidung über die Einführung dieser Tonnen liegt bei den Kommunen. Das Umweltministerium wollte ursprünglich die bundesweite Einführung der Wertstofftonne durchsetzen; dazu kommt es nun nicht. Der Gesetzentwurf sieht außerdem noch vor, dass der Einzelhandel mit einer "gut sichtbaren Regalkennzeichnung" klar machen muss, welche Getränkeverpackungen Einweg- und welche Mehrwegflaschen sind. "So können sich Verbraucher bewusster für Mehrweg oder Einweg entscheiden", erklärte das Umweltministerium.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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