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Sicherheitskräfte liefern sich einen Schusswechsel mit Angreifern vor dem Telekomministerium.

Schusswechsel mit Sicherheitskräften

Unbekannte greifen Regierungsviertel in Kabul an - IS reklamiert Anschlag für sich

Unbekannte haben im Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul nach einer Explosion das Ministerium für Telekommunikation gestürmt.

Update vom 21. April: Einen Tag nach dem Angriff auf das afghanische Telekommunikations-Ministerium in der Hauptstadt Kabul mit mehreren Toten und Verletzten hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Tat für sich reklamiert. Die Attacke sei von vier IS-Kämpfern ausgeführt worden, teilte die Terrormiliz am Sonntag über ihre Plattform Naschir News mit.

Die Zahl der Toten stieg auf 14, wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte. Bei dem Vorfall am Samstag waren alle vier Angreifer sowie vier Zivilisten und drei Sicherheitskräfte getötet worden. Drei Verwundete starben später an ihren Verletzungen. Fünf Menschen waren nach Angaben von Ministeriumssprecher Nasrat Rahimi am Sonntag noch im Krankenhaus.

Erstmeldung vom 20. April:

Kabul - Bei anschließenden Schusswechseln mit Sicherheitskräften seien am Samstag mindestens zwei der Angreifer getötet worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi. Die Attacke dauerte demnach an. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Auch war unklar, wie viele Angreifer beteiligt waren und ob es weitere Opfer gab.

Die Angreifer waren Rahimi zufolge nach der Explosion in das im Telekomministerium gelegene Zentrale Postzentrum vorgedrungen. Von dort aus schossen sie auf die Sicherheitskräfte. Unklar blieb, warum sie sich ausgerechnet dieses Ministerium und das Postzentrum ausgesucht hatten. Auch gab es noch keine Erkenntnisse darüber, wie es genau zu der Explosion gekommen war, die den Angriff einleitete.

Angriff auf Regierungsviertel in Afghanistans Hauptstadt Kabul - Gegend um das Ministerium abgesperrt

Rauch stieg von einem Teil des Ministeriums auf, das nur wenige Meter vom Präsidentenpalast entfernt ist. Auf Fernsehbildern war zudem zu sehen, dass Sicherheitskräfte die Gegend um das Ministerium abgesperrt haben.

Die radikalislamischen Taliban greifen seit dem Abzug der Nato-Schutztruppen Ende 2014 verstärkt Regierungsziele an. Nach einem US-Bericht haben sie ihren Einfluss und ihr Territorium weiter ausgeweitet. Am Donnerstag waren Gespräche über einen Friedensschluss zwischen ihnen und Regierungsvertretern in Katars Hauptstadt Doha abgesagt worden.

Bei einem Anschlag in Afghanistan im April sind drei US-Soldaten und ein Vertragsmitarbeiter der Streitkräfte getötet worden.

dpa

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