Im Osten der Ukraine flammen die Kämpfe zwischen Separatisten und Regierungstruppen wieder auf.

Opfer unter Soldaten und Zivilisten

Kämpfe in Ostukraine flammen wieder auf

Kiew - Vor den Beratungen der Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine über den Ukraine-Konflikt hat es im Osten des Landes erneute Kämpfe gegeben.

Ein ukrainischer Soldat wurde binnen 24 Stunden getötet, wie die Armee am Montag mitteilte. Sechs weitere Soldaten seien verletzt worden. Die prorussischen Separatisten sprachen von vier verletzten Zivilisten in dem von ihnen kontrollierten Gebiet.

In Donezk waren am Sonntagabend und Montagmorgen intensive Schüsse zu hören, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Beobachtermission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) meldete ein Wiederaufflammen "intensiver Gefechte nahe Donezk und Schirokin", das etwa zehn Kilometer von der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol liegt - der letzten großen Stadt in dem Kampfgebiet, die noch von Kiew kontrolliert wird.

Allein am Sonntag registrierte die OSZE zwischen dem Morgen und dem Nachmittag nahe Donezk fast 1200 Explosionen, hauptsächlich von Artillerie- und Mörsergeschossen. Auch in Lugansk verschlechterte sich die Lage nach Angaben der Kiew-treuen Behörden "deutlich". In mehreren Gebieten habe es Gefechte gegeben, auch Panzer seien im Einsatz gewesen.

Laut OSZE hatten die von beiden Seiten eingesetzten Waffen ein größeres Kaliber als 100 Millimeter. Solche Waffen sollten aber eigentlich laut dem Minsker Friedensabkommen 25 Kilometer von der Frontlinie zurückgezogen werden, um eine Pufferzone zu schaffen.

Am Abend will Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit seinen Kollegen aus Frankreich, Russland und der Ukraine erneut über den Ukraine-Konflikt beraten. Dabei soll es um die Umsetzung der Friedensvereinbarungen von Minsk gehen.

Mitte Februar hatten sich die ukrainische Regierung und die prorussischen Separatisten in der weißrussischen Hauptstadt auf einen Friedensplan geeinigt, der unter anderem eine Waffenruhe und den Abzug schwerer Waffen vorsieht. Seitdem sind die Gefechte in der Ostukraine deutlich abgeflaut. Allerdings kommen der Abzug der schweren Waffen sowie die Umsetzung der anderen Punkte der Vereinbarung kaum voran. Zudem gibt es weiter bei Gefechten zwischen beiden Seiten immer wieder Tote.

AFP

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