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Karl Freller: Unter HohlmeierKultus-Staatssekretär

G8, G9 oder was? Wieder ein Reformvorschlag

Kalte Dusche von Hohlmeiers Ex-Staatssekretär

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München – Bei der Diskussion um die Reform des Gymnasiums schießen die Vorschläge ins Kraut. Der CSU-Fraktionsvize Karl Freller bringt als Alternative zu der jetzigen „Mittelstufe plus“ eine „10 Plus“-Klasse ins Gespräch, die wahlweise besucht werden könne.

„10 plus“ heißt laut Freller: Alle Schüler, egal ob mit G8- oder G9-Präferenz, besuchen unterschiedslos wie gehabt die Jahrgangsstufen 5 bis 10. Wer neun Schuljahre am Gymnasium haben will, der besucht anschließend die „10 plus“ und wechselt erst danach in die zweijährige Oberstufe. Wer nur acht Schuljahre für notwendig erachtet, der geht gleich in die so genannte Q- (Qualifikations-) Phase. Freller macht in einem vierseitigen Konzept-Papier auch gar keinen Hehl daraus, wer seiner Ansicht nach die „10 plus“ besuchen solle: die schlechteren Schüler. Das Zusatzjahr sei „besonders gedacht für Schüler, die aus Reife-, Leistungs- oder weiteren Gründen noch nicht bereit für den Besuch der Oberstufe sind“. In dem Jahr könne der Stoff der Vorjahre nochmals vertieft und „umgewälzt“ werden. „Leistungsstarke und leistungswillige“ Schüler sollten aber wie bisher direkt in die Oberstufe wechseln, rät der Fraktionsvize.

Etwas heikel ist der Vorstoß deshalb, weil Freller als ehemaliger Kultusstaatssekretär unter Monika Hohlmeier für die überstürzte Einführung der G8 mit verantwortlich zeichnet – selbst die ehemalige Ministerin distanziert sich mittlerweile davon. „Es ging mir zu schnell“, sagte sie kürzlich vor Schülern aus Bad Neustadt. Frellers Vorschlag ist offenbar ein Alleingang und mit niemandem abgestimmt. Auch die gewöhnlich gut informierte Führung des Bayerischen Philologenverbands ist überrascht. „Wir werden nun das Gespräch mit Herrn Freller suchen“, sagte Verbandschef Max Schmidt. Er bezeichnet den Vorschlag mit vornehmer Zurückhaltung als „Diskussionsgrundlage“. Ähnlich Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), der von einem „Beitrag für den Dialog“ spricht.

Allerdings ist schon klar, dass die Interessenvertretung der Gymnasiallehrer ganz andere Ziele verfolgt. „Man muss das Gymnasium von neun Jahren aus denken“, sagt Schmidt. Daraus folge, dass der Unterrichtsstoff über mehrere Jahre gedehnt werden müsse. Solche Ideen werden es aber jetzt schwer haben, denn in der CSU-Fraktion sind – wie Frellers Vorschlag zeigt – die Widerstände gegen eine erneute umfassende Reform groß.

Derzeit läuft bekanntlich an 47 Gymnasien in Bayern ein ganz anderer Versuch – die „Mittelstufe plus“. Dabei haben Schüler in der Mittelstufe 8 bis 10 ein Jahr mehr Zeit. Das Modell fand unter Eltern und Schülern großen Anklang, unter anderem, weil der Nachmittagsunterricht fast ganz entfällt.

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