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Er wollte das Referendum, über das er selbst stolpern könnte: Großbritanniens Premier David Cameron.

Anfang vom Ende Großbritanniens in der EU

Kampagnen für "Brexit"-Referendum in Großbritannien gestartet

London - Zehn Wochen vor dem Referendum in Großbritannien haben EU-Anhänger und "Brexit"-Befürworter ihre Kampagnen gestartet. Laut Umfragen steht der Ausgang auf Messers Schneide.

Der konservative Premier David Cameron hatte den Briten das Referendum am 23. Juni versprochen - in der Hoffnung, so die EU-Skeptiker in den Reihen seiner Tories zum Schweigen zu bringen. Ein Sieg des "Brexit"-Lagers könnte ihn das Amt kosten sowie die Insel und die EU in große Unsicherheit stürzen, lauten die Befürchtungen in Brüssel und beim Internationalen Währungsfonds (IWF).

Cameron selbst meint, das Königreich werde in der EU stärker und reicher sein als außerhalb: "Britain Stronger In Europe" heißt sein Motto. Er hatte der EU eine "Reform" abgerungen, die den britischen Sonderstatus vergrößert. Doch musste er auch Rückschläge hinnehmen, wie den Triumph bei einem nicht bindenden Anti-EU-Referendum vergangene Woche in den Niederlanden.

Boris Johnson ist für einen EU-Austritt

Londons populärer Bürgermeister Boris Johnson hat sich auf die Seite des "Brexit"-Lagers geschlagen, das sich auf den Slogan "Vote Leave" (Wähle Verlassen) einigte. Er wollte am Freitag und Samstag bei zahlreichen Veranstaltungen für den EU-Ausstieg werben. Das Referendum sei, "als hätte ein Gefängnisaufseher aus Versehen die Tür offen gelassen, und die Menschen erblicken draußen das Land im Sonnenlicht", sagte er.

Oppositionsführer und Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte sich erst am Donnerstag offen für den EU-Verbleib ausgesprochen, weil dies "im besten Interesse des Volkes dieses Landes" wäre. 1975 hatte er beim Referendum über den Beitritt Großbritanniens zur damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) mit Nein gestimmt. Er habe seine Meinung zu Europa geändert, weil die EU Jobs geschaffen habe und Schutz für "Arbeiter, Konsumenten und die Umwelt" biete, sagt er nun.

Beide Lager liegen bei 50 Prozent

Die Labour-Unterstützung könnte für das Ja-Lager entscheidend werden, da am Abstimmungstag mit einer höheren Mobilisierung der EU-Gegner zu rechnen sei, vermuten Umfrageinstitute. Derzeit liegen dem Projekt What UK Thinks zufolge beide Lager bei rund 50 Prozent.

Während EU-Spitzenvertreter aus Brüssel vor Kampagnen-Auftritten auf der Insel zurückschrecken, will US-Präsident Barack Obama nächste Woche in London offensiv für den EU-Verbleib werben. Obama werde ganz offen und klar sagen, warum er glaube, dass das für Großbritannien gut wäre, kündigte sein Berater Ben Rhodes an.

AFP

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