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AfD-Gründer Bernd Lucke droht wegen der Umtriebe rechtsnationaler Mitglieder mit seinem Austritt aus der Partei. Foto: Rainer Jensen/Archiv

Kampfansage: Lucke droht mit Austritt aus der AfD

Die Stimmung in der AfD ist mies. Rechtsnationale drängen in die Führungsgremien. Parteigründer Lucke will das nicht hinnehmen. Er gründet jetzt einen Verein, der die Keimzelle für eine neue Partei bilden könnte. Seine Gegner sind entsetzt.

Berlin (dpa) - Der Gründer der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat wegen der Umtriebe rechtsnationaler Mitglieder mit seinem Austritt aus der Partei gedroht.

Sollte es nicht gelingen, diese Kräfte auf dem Bundesparteitag am 13. Juni politisch zu isolieren, wäre die Gründung einer eigenen neuen Partei womöglich der einzige Weg, hieß es aus den Kreisen der Lucke-Anhänger. Die Gegner des Parteivorsitzenden reagierten empört.

"Wir sehen für uns keine Zukunft in der AfD, wenn die Partei nicht entschieden denjenigen Einhalt gebietet, die pöbelnd Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen oder an den politischen Rändern unserer Gesellschaft hausieren gehen", heißt es in einer Botschaft, die Lucke und vier weitere Europaabgeordnete der AfD am Montag an alle Partmitglieder verschickten. Und: "Wir sind nicht bereit, diesen Gruppen als seriöse, bürgerliche Fassade zu dienen."

Der liberal-konservative Lucke-Flügel rief die AfD-Mitglieder auf, einem von ihm gegründeten neuen Verein namens "Weckruf 2015" beizutreten. Ziel des Vereins sei es, gemeinsam für eine Erneuerung der AfD ohne "Karrieristen, Intriganten und Vertreter der Neuen Rechten" zu kämpfen. Luckes Gegner in der AfD befürchten nicht ganz zu Unrecht, dass dieser Verein zur Keimzelle für eine neue Konkurrenzpartei werden könnte.

Luckes wichtigste Gegenspielerin in der AfD ist zur Zeit die Co-Vorsitzende Frauke Petry. Die Chefin des sächsischen Landesverbandes zeigt mehr Verständnis als er für "Wutbürger" und rechtsnationale Kräfte. Lucke wirft ihr vor, die Parteimitglieder gegen ihn aufgehetzt zu haben.

Petry forderte Lucke am Montag auf, sich von den Berichten über eine mögliche Parteineugründung zu distanzieren. "Ich bitte ihn daher, umgehend und heute noch auszuschließen, dass die Neugründung einer Partei oder Vereinigung geplant ist", erklärte Petry gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die Mitglieder der AfD sehnten eine Einigung seitens der Bundesspitze herbei. Dafür wollten sie und die große Mehrheit der Partei weiter kämpfen. Die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch sagte, Lucke müsse sofort die Gründung einer neuen Partei ausschließen oder aber die AfD verlassen.

Dem Lager der Lucke-Anhänger gehören unter anderem der Vorsitzende des AfD-Landesverbandes in Baden-Württemberg, Bernd Kölmel, und der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Olaf Henkel, an. Petry kann ihrerseits auf die Unterstützung des Brandenburger AfD-Chefs Alexander Gauland und des nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Marcus Pretzell zählen.

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