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Trudeau entschuldigt sich für dunkel geschminktes Gesicht, sogenanntes „Blackfacing“. 

“Ich bereue es zutiefst“

Skandal um Kanadas Trudeau: Geschmackloses Foto sorgt für Empörung

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Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sieht sich aktuell rassistischen Vorwürfen ausgesetzt: Schuld ist ein altes Foto. 

Ottawa - Kanadas Premier Justin Trudeau hat sich öffentlich für ein Kostüm samt Make-up entschuldigt, das er im Jahr 2001 trug. Auf dem Bild, das time.com unter anderem auf Twitter veröffentlichte, ist Trudeau mit einem Turban verkleidet und trägt dunkles Make-Up auf dem Gesicht und den Händen. 

Der Webseite zufolge ist das Bild im Frühling 2001 aufgenommen worden, bei einer Feier der Privatschule „West Point Grey Academy“, an der Trudeau damals als Lehrer arbeitete. Das Thema der Gala sei „arabische Nächte“ gewesen. Das sagte ein Sprecher der Liberal Party of Canada, deren Oberhaupt Trudeau ist, dem Online-Magazin. Der Premierminister sei als ein Charakter aus dem Disney-Film „Aladdin“ verkleidet gewesen. 

Justin Trudeau nach Rassismus-Skandal: „Ich bereue es zutiefst“

Justin Trudeau äußerte sich an Bord eines Flugzeugs vor der Presse. „Ich bereue es zutiefst, dass ich das getan habe. Aber ich habe es getan.“ Auf die Frage, ob er schon einmal etwas Ähnliches getan habe, sagte Trudeau,  dass er bei einem Talent-Wettbewerb in der Highschool einmal als jamaikanischer Sänger aufgetreten sei - ebenfalls mit dunklem Make-up. 

„Ich übernehme Verantwortung für meine Entscheidung, ich hätte es besser wissen sollen. Es war etwas, von dem ich zu der Zeit nicht dachte, dass es rassistisch sei. Aber jetzt erkenne ich, dass es rassistisch war.“

Justin Trudeau: Kanadas Premierminister entschuldigt sich für Blackfacing

Das Foto taucht zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Trudeau auf. Ende Oktober finden in Kanada die Unterhauswahlen statt. Umfragen zufolge liegen Trudeaus Liberale und die Konservativen seines schärfsten Konkurrenten Andrew Scheer trotz boomender Wirtschaft und niedriger Arbeitslosenquote eng beieinander, letzte Umfragen hatten Trudeau aber leicht im Aufwind gezeigt.

 „Ich habe mein ganzes Leben lang dafür gearbeitet, Möglichkeiten für Menschen zu schaffen und gegen Rassismus und Intoleranz zu kämpfen“, sagte Trudeau vor der Presse. „Und ich kann nur hier stehen und sagen, dass ich einen Fehler gemacht habe, als ich jünger war.“ Er hätte es besser wissen sollen, meinte der Politiker. „Es war eine dumme Sache.“ 

Skandal um Kanadas Trudeau: Geschmackloses Foto sorgt für Empörung

Scheer zeigte sich „schockiert und enttäuscht“ von Trudeaus „offenem Akt von Rassismus“: „Was die Kanadier heute Abend gesehen haben, ist jemand mit einem völligen Mangel an Urteilsvermögen und Integrität, jemand, der nicht in der Lage ist, dieses Land zu regieren.“ Jagmeet Singh, Vorsitzender der Partei „Neue Demokratie“ und Angehöriger der Religionsgruppe der Sikh, sprach von einer „Beleidigung“.

Justin Trudeau gilt als eine Art „Anti-Trump“ - umso mehr Aufmerksamkeit bekam daher ein Foto, auf dem Trumps Ehefrau Melania den Kanadier küsste. Außerdem hat Trudeau mit einem Bestechungsskandal zu kämpfen. Auch durch seine Kleiderwahl sorgte er in der Vergangenheit für Verwunderung. Amtskollege Donald Trump steht unterdessen wieder einmal wegen eines Tweets in der Kritik.

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