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Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.

Parlamentswahlen

Trump gratuliert Trudeau zum Wahlsieg in Kanada

Eine Mehrheit für die Liberalen, aber keine absolute. Nach den Parlamentswahlen in Kanada muss Justin Trudeau nach Unterstützung suchen.

Update, 12:50 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau zum Sieg bei der Parlamentswahl in Kanada gratuliert. Mit dem „hart erkämpften Sieg“ sei Kanada gut bedient. „Ich freue mich darauf, mit Ihnen an der Verbesserung unserer beiden Länder zu arbeiten“, schrieb Trump am Dienstagmorgen auf Twitter. 

Das Verhältnis von Trump zu Trudeau war in den vergangenen Jahren nicht immer einfach. Trump hatte Trudeau beim G7-Gipfel 2018 in Québec brüskiert, indem er seine Unterstützungb für die Gipfelerklärung im Nachhinein zurückzog und ihm „falsche Aussagen“ unterstellte.

Erstmeldung

Ottawa - Die kanadischen Wählerinnen und Wähler haben die Liberalen von Premierminister Justin Trudeau bei den Parlamentswahlen in Kanada zur stärksten Kraft gemacht. Die absolute Mehrheit hat die Partei aber verloren. Das ergaben die Prognosen des nationalen TV-Senders CBC am Montag (Ortszeit).

Demnach benötigen die Liberalen zum Regieren die Duldung durch kleinere Parteien, beispielsweise von den Sozialdemokraten oder den Grünen. 2015 hatten Trudeaus Liberale 184 Sitze im Parlament gewonnen und seitdem mit dieser absoluten Mehrheit regiert.

Umfragen sagten knappes Rennen zwischen Trudeau und Scheer in Kanada voraus

Prognosen sahen die Liberalen bei rund 157 der 338 Abgeordnetenmandate und die Konservativen bei 121 Mandaten. Der Verlust der absoluten Mehrheit erschien bereits vor der Öffnung der Wahllokale als ausgemachte Sache. Die absolute Mehrheit liegt bei 170 Stimmen. Bei der vergangenen Parlamentswahl 2015 hatten die Liberalen 184 Mandate gewonnen, zuletzt verfügten sie noch über 177 Abgeordnete.

Schon vor der Wahl hatten Umfragen ergeben, dass es ein knappes Rennen zwischen Trudeau und seinem konservativem Herausforderer Andrew Scheer werden würde. Rund 27 Millionen Bürger waren in dem nordamerikanischen Land dazu aufgerufen, neue Abgeordnete zu wählen. Die Repräsentanten werden per Direktwahl nach dem Mehrheitsprinzip gewählt.

Bilanz der Regierung Trudeau in Kanada ist durchwachsen

Die Bilanz der liberalen Regierung nach vier Jahren ist durchwachsen. Zwar hat er wie versprochen Marihuana legalisiert und mehr als 25 000 syrische Flüchtlinge im Land aufgenommen. Einige seiner Wahlversprechen wie eine Wahlrechtsreform oder einen ausgeglichenen Haushalt bis 2019 konnte er aber nicht halten.

Trudeau könnte nun Gespräche mit der noch jungen New Democratic Party (NDP) und mit dem Bloc Québécois beginnen, der sich für eine Unabhängigkeit der französischsprachigen Provinz Québec stark macht.

Heftiger Wahlkampf in Kanada: Trudeau kritisiert „Desinformation“

Der Wahlkampf in Kanada war ungewöhnlich heftig geführt worden. Trudeau bezeichnete den Wahlkampf als "einen der schmutzigsten, auf Desinformation basierenden" in der Geschichte des Landes.

Zudem erregte Trudeau in den vergangenen Monaten mit Skandalen für Aufmerksamkeit. Dabei ging es unter anderem um ein altes Foto von ihm, das ihn vor 20 Jahren mit dunkel geschminktem Gesicht auf - verkleidet als Aladdin - auf einer Party zeigte. In den USA und in Kanada* ist derartige Verkleidung als „Blackfacing“ bekannt und berüchtigt. Der Ministerpräsident entschuldigte sich für sein  „rassistisches“ Verhalten.

Klimakrise großes Thema beim Wahlkampf in Kanada

Scheer beschuldigte Trudeau auch deshalb, das kanadische Volk über sein wahres Wesen zu täuschen und beschimpfte ihn als „Betrüger“. 

Ein großes Thema im Wahlkampf war auch der Kampf gegen die Klimakrise: Während die Konservativen ankündigten, Trudeaus CO2-Steuer zurückdrehen zu wollen, musste die Regierung von links viel Kritik dafür einstecken, dass die Maßnahmen angeblich nicht weit genug gingen. (dil/dpa/afp)

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