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Ukraine-Krieg: Russland erklärt „weltbesten“ Scharfschützen für tot - plötzlich gibt er Interview

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Von: Patrick Mayer

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Im russischen Social-Media-Netzwerk „VKontakt“ wird verbreitet, der „weltbeste“ Scharfschütze „Wali“ sei im Kampf für die Ukraine getötet worden. Dann veröffentlicht der kanadische Sender CBC ein Interview mit ihm.

München/Kiew - War diese angebliche Nachricht Teil einer Desinformationskampagne? Falls ja, ging diese im Russland-Ukraine-Krieg offenbar gehörig schief. „Wali“ ist sein Inkognito-Name, er ist Kanadier - und er gilt als „weltbester“ Scharfschütze. Bekommen hatte er diese Bezeichnung, nachdem „Wali“ als Soldat der kanadischen Elite-Spezialeinheit Joint Task Force 2 im Irak einen hochrangigen IS-Kämpfer erschossen hatte - aus 3540 Metern Entfernung.

„Weltbester“ Scharfschütze kämpft für die Ukraine - Russland behauptet Tod von „Wali“

Unlängst zog er nach dem Überfall russischer Invasionstruppen auf die Ukraine los, um sich als Teil ausländischer Legionäre den Streitkräften von Moskaus Machthaber Wladimir Putin entgegen zu stellen.

Doch: Kurz danach, vor einer Woche, wurde im russischen Netzwerk VKontakt die Nachricht vom angeblichen Tod des kanadischen Ex-Militärs verbreitet, und zwar „sobald er in der Ukraine eingetroffen ist“. Wie das Nachrichtenportal t-online berichtet, hieß es zum Beispiel in einem Posting, er sei „bereits 20 Minuten nach Beginn seiner Kampfhandlungen von russischen Spezialkräften in Mariupol getötet“ worden.

„Weltbester“ Scharfschütze im Ukraine-Krieg getötet? Er gibt stattdessen ein TV-Interview

Oder etwa doch nicht? An diesem Mittwoch (23. März) gab eben jener „Wali“ dem kanadischen Nachrichtensender CBC zumindest ein Interview. „Nun, ich bin am Leben“, sagte er: „Ich weiß ziemlich genau, dass ich die letzte Person war, die von meinem eigenen Tod erfahren hat.“

Wie es in dem Bericht heißt, der auf dem CBC-News-Kanal auf YouTube abrufbar ist, kämpfte „Wali“ vergangene Woche auch nicht in Mariupol, sondern an der Seite der ukrainischen Streitkräfte im Großraum der Hauptstadt Kiew.

Russland-Ukraine-Krieg: Todes-Nachrichten über Scharfschütze „Wali“ offenbar falsch

„Sie haben viel Artillerie-Beschuss genutzt“, erzählte er über die russischen Truppen: „Wissen Sie, die haben einfach überall hingeschossen.“ Erst am Dienstag sei er nach einer Woche Kampf an einen sicheren Platz gebracht worden, erklärte er weiter.

Er habe dann auch das erste Mal wieder auf sein Handy schauen können, „über das er zahlreiche Nachrichten“ bekommen habe. So hätten ihm Verwandte, Freunde und sogar frühere Mitkämpfer aus dem Irak geschrieben, weil sie die Nachricht gehört hätten, er sei angeblich tot, schilderte er in dem Video-Gespräch. CBC bekräftigte indes, dass es sich um ein aktuelles Interview handelt. (pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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