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Friedrich Merz,Ex-Politiker, schaut am Dienstag bei der CSU vorbei

Der kantig Konservative kommt nach Kreuth

Was macht eigentlich Friedrich Merz?

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Kreuth – Über Friedrich Merz schrieb eine große Zeitung vor vielen Jahren, er sei konservativ, fahre einen übermotorisierten BMW und gehöre einem schlauen, streng katholischen Bergvolk an.

Die Beschreibung klingt nach Bayer, meinte aber einen Sauerländer. Falls man die westfälischen Hügelchen als Berge anerkennt, hat das den CDU-Mann recht gut getroffen.

Diese Woche wird Merz auch mal echte Berge zu Gesicht bekommen. Er ist einer der Hauptgäste der Kreuth-Klausur der Landtagsfraktion, die zwischen Montag und Donnerstag im Schnee südlich des Tegernsees zusammenkommt. Am Dienstag debattiert er mit den Abgeordneten über das Freihandelsabkommen TTIP. Eingeladen ist er als Chef des Netzwerks „Atlantik-Brücke“. Interessant ist er aber wegen seiner Vergangenheit.

Merz ist einer der oft sehnsüchtig beschworenen konservativen Wirtschaftspolitiker in der Union, also ein aussterbendes Exemplar. Er hatte mal richtig was zu sagen, boxte sich bis zum Fraktionschef im Bundestag hoch. Seine Ideen, etwa die Steuererklärung auf dem Bierdeckel, bewegten wochenlang die Republik. In der Wahlnacht 2002 wurde er von Angela Merkel abgesägt, sie wollte und bekam sein Amt. Er sank so zügig nach unten, wie er aufgestiegen war: Fraktionsvize, einfacher Abgeordneter, Rückzug aus Parlament und Parteispitze, ab 2008 gar nichts mehr mit Politik. Merz ist einer von vielen Männern, die Aufstieg und Kanzlerschaft von Merkel politisch nicht überlebt haben.

Ins Elend führte ihn das nicht: Als Wirtschaftsanwalt soll Merz, der heuer 60 wird und mit seiner luftig-kantigen Frisur noch aussieht wie immer, schon mal Tagessätze von 5000 Euro eingefahren haben. Er kann deshalb gelassen ab und zu in der Politik vorbeischauen.

Dass sich nun die CSU den scharfzüngigen Juristen nach Kreuth holt, ist clever. In der Partei wird immer mal wieder gegrollt, keiner pflege das konservative und wirtschaftsnahe Klientel. „Er ist ein markanter Navigator für klare Ordnungspolitik“, sagt Ex-Parteichef Erwin Huber über Merz: „Die CSU muss Garant für die soziale Marktwirtschaft sein, deshalb ist die Rede von Merz ein Signal.“  

cd

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