Bild aus dem Jahr 2018: Donald Trump hinter dem Schreibtisch im Weißen Haus sitzend, schlägt ein mit Kanye West, der ihn besucht.
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US-Wahlen 2020 - Politisch auf einer Wellenlänge: US-Präsident Donald Trump und Rapper Kanye West (hier auf einem Bild 2018).jpg

Kanye West will Präsident werden

US-Wahl 2020: US-Rapper bekommt mehrere Tausend Stimmen und denkt noch nicht ans Aufgeben

  • Kathrin Reikowski
    vonKathrin Reikowski
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Der Rapper Kanye West kandidiert für das Amt des US-Präsidenten. Er hat rein rechnerisch keine Chance - warum er dennoch wahlentscheidend werden könnte.

  • Der US-Rapper Kanye West gilt als politisch auf einer Wellenlänge mit US-Präsident Donald Trump. Die beiden haben sich bereits im Weißen Haus getroffen.
  • Doch seit 4. Juli 2020 ist klar: Kanye West will selbst kandidieren.
  • Hier finden Sie unsere News zur US-Wahl 2020 - und die Ergebnisse der Wahl.

Update vom 4. November, 20.54 Uhr: Kanye West wird zwar nicht Präsident, aber ein paar Tausend Stimmen gingen bei der Wahl am Dienstag dennoch auf sein Konto. Der Rapper trat in zwölf Staaten an und soll Medienberichten zufolge etwa 60.000 Stimmen bekommen haben. Trotz seiner Chancenlosigkeit auf die Präsidentschaft gibt sich West nicht geschlagen, sondern denkt bereits an die Wahl 2024. „Kanye 2024“ schreibt der Mann von Kim Kardashian auf Twitter. West scheint es also noch einmal wissen zu wollen.

US-Wahl 2020: Clinton unterlag 2016 häufig knapp in den „Swing States“

Erstmeldung vom 3. November, 21.40 Uhr: Washington, D.C. (USA) - Bei den Präsidentschaftswahlen* 2016 unterlag Hillary Clinton ihrem damaligen Herausforderer Donald Trump. Und das, obwohl sie etwa drei Millionen Stimmen mehr bekommen hatte als der dann neu gewählte Präsident Trump.

Entscheidend für Trumps Wahlsieg war der Ausgang in den Swing States*. Und dass Clinton hier oft knapp Trump unterlag - das könnte auch an einer ganz anderen Kandidatin gelegen haben. Jill Stein war 2016 für die Grünen angetreten - ohne jede Chance für den Gesamtsieg, in einem Land, in dem entweder die Demokraten* oder die Republikaner* regieren. Doch Experten gehen noch heute davon aus, dass sie der demokratischen Kandidaten Clinton wichtige Stimmen abnahm - und so indirekt zum Sieg Trumps beitrug. Könnte sich das so ähnlich im Jahr 2020 wiederholen?

US-Wahl 2020: Könnte ein unabhängiger dritter Kandidat den Ausschlag geben?

Noch sehen die allermeisten Umfragen den demokratischen Kandidaten Joe Biden* deutlich vor Donald Trump* liegen. Doch in einem wichtigen Swing State könnte sich das Blatt bereits zugunsten Trumps gewendet haben.

Rapper Kanye West, Sohn einer Anglistik-Professorin und Mann des TV-Sternchens Kim Kardashian, gilt als Unterstützer Trumps. Doch am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag der USA, erklärte er plötzlich, er werde Trump herausfordern und selbst als Kandidat antreten. Er gibt seither an, sich von Gott für das Amt des Präsidenten berufen zu fühlen. Und er hat bereits gestimmt - für sich selbst natürlich:

„Gott ist so gut. (lachendes Gesicht) Heute wähle ich zum ersten Mal in meinem Leben den US-Präsidenten. Und ich stimme für jemandem, dem ich wirklich vertraue - für mich selbst.“

US-Wahl 2020: Zieht Kanye West wichtige Wähler von Joe Biden ab?

Kanye West kann nur in 12 US-Staaten auf dem Stimmzettel gewählt werden, weil er nur in diesen Staaten die Bedingungen für eine Kandidatur überhaupt erfüllte. In allen anderen Staaten müssen seine Wähler den Namen mit eigener Handschrift eintragen. Klar, dass er keinerlei Chancen hat, selbst der nächste US-Präsident zu werden.

Doch er könnte eine Menge Wähler von Joe Biden abziehen. Denn Biden ist der Kandidat, für den sich die meisten Afro-Amerikaner zu entscheiden scheinen. Viele von ihnen aber könnten, so Wahl-Experten, jetzt auch den Rapper West wählen - aus Überzeugung oder weil sie vom Gezerre zwischen den anderen Kandidaten enttäuscht sind. Damit würden sie aber, zumindest indirekt, ihre Stimme an Trump geben. Sollte es knapp werden, kann Trump klar davon profitieren. (kat) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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