Chaos bei Wahlkampfveranstaltung

Kanye West bald US-Präsident? Rapper mit wirren Aussagen - Kim Kardashian wollte ihn einweisen lassen

  • Sabine Oberpriller
    vonSabine Oberpriller
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Nach seinem sehr emotionalen und wirren Auftritt bei seiner ersten Wahlkampfveranstaltung als Präsidentschaftskandidat macht Rap-Star Kanye West auf Twitter weiter. Die Familie macht sich große Sorgen.

  • Kanye West kandidiert für das Amt des US-Präsidenten.
  • Früher war er ein Befürworter Donald Trumps.
  • Auf seiner ersten Wahlkampfveranstaltung brach Chaos aus. 

Update vom 23. Juli, 15.00 Uhr: Kim Kardashian bittet um Mitgefühl für ihren unter einer bipolaren Störung leidenden Mann Kanye West. Sie habe lange Zeit über die Krankheit ihres Mannes geschwiegen, um ihre Familie zu schützen, wie Kardashian via Instagramstory erklärt. Um der verbreiteten „Fehlvorstellungen“ von psychischen Erkrankungen entgegenzuwirken, wolle sie sich nun aber doch äußern. Eine bipolare Störung ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene extreme Stimmungsschwankungen durchleben.

„Wer etwas von psychischen Problemen oder auch nur von zwanghaftem Verhalten versteht, der weiß, dass die Familie machtlos ist - außer das betroffene Familienmitglied ist minderjährig“, schreibt Kardashian. Menschen, die mit psychischen Krankheiten noch nicht in Berührung gekommen sind, seien oft „voreingenommen“ und verstünden nicht, dass dem Betroffenen nur geholfen werden könne, wenn er dies selbst wolle - „egal, wie sehr sich Familie und Freunde auch bemühen“, schrieb Kardashian.

Sie sei sich darüber bewusst, dass Kanye Wests Äußerungen für Kritik und „starke Meinungen und Emotionen“ sorgen. Ihr Mann sei aber ein „brillanter, aber komplizierter Mensch“, der „neben dem Druck, Künstler und Schwarzer zu sein, den schmerzhaften Verlust seiner Mutter“ erlebt habe. Auch die Isolation habe seine bipolare Störung verstärkt.

Update vom 22. Juli, 13.45 Uhr: Auf die wirre Wahlkampfveranstaltung von Kanye West am Sonntag folgten am Montag Posts auf Twitter, die noch verwirrter wirkten. Fans und Familie machen sich zunehmend Sorgen um die Gesundheit des Rappers, Ehefrau Kim Kardashian wollte ihn offenbar sogar einweisen lassen.

Kanye West offenbar psychisch krank - verweigert Einweisung in Klinik

Die Posts sind auf Twitter nicht mehr zu finden, den Berichten mehrerer Nachrichtenagenturen zufolge wurden sie schon am Montag und am Mittwoch nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Bild.de zitiert, was Kanye auf Twitter mitgeteilt hat. So habe er unter anderem geschrieben: „Kim versuchte, mit einem Arzt nach Wyoming zu fliegen und wollte mich einweisen lassen, wie im Film ‚Get Out’, weil ich gestern geweint habe, weil ich das Leben meiner Tochter gerettet hatte.“

Er pöbelte auch gegen Kardashians Familie und besonders deren Mutter und warf unterschiedliche Themen durcheinander. Alles wirkt sehr wirr und zusammenhangslos. Seit Kim Kardashian in einer Titelgesichte für das Magazin Vogue von 2019 darüber sprach, ist bekannt, dass West an einer bipolaren Störung leidet. Die Stimmung der Betroffenen schwankt dabei zwischen Depression und Manie.

Kanye West hatte wirre Auftritte in der Öffentlichkeit: Familie vermutet manische Episode

Eine manische Episode vermuten nun Experten und die Familie. Gegenüber bild.de verriet ein Insider, dass Kim Kardashian verzweifelt versucht habe, Kanye zu helfen, ihn zu beruhigen und zu verhindern, dass er öffentliche Zusammenbrüche habe. Bild.de zitiert den Insider weiter: „Er nimmt keine Medizin, weil er findet, sie macht ihn weniger kreativ. Aber rauszugehen und das über North zu sagen, ist schockierend. Kim ist entsetzt. Sie hat hart daran gearbeitet, ihm zu helfen, aber sie wird nicht zulassen, dass er dies ihren Kindern antut.“ 

Die wirren Twitter-Posts von Kanye West haben im Netz für viel Spott und Häme gesorgt. Promis meldeten sich deswegen inzwischen zu Wort und nahmen den Rapper in Schutz.  Die Musiker-Kollegin Demi Lovato (27) schrieb auf Twitter „Es wäre besser, wenn die Leute für eine psychisch erkrankte Person beten würden, statt nur Memes zu erstellen.“ Und die Sängerin Halsey twitterte: „Wenn du kein Verständnis oder Mitgefühl aufbringen kannst, dann sag lieber nichts.“ Kanye West ist inzwischen immer noch auf Twitter aktiv, sein letzter Status: „Hier spricht der künftige Präsident.“

Kanye West tritt emotional und wirr bei Wahlkampfveranstaltung auf

Erstmeldung vom 20. Juli, 8:41 Uhr: Charleston - Rap-Star Kanye West, der nach eigenen Angaben für das Amt des US-Präsidenten kandidieren will, hat seine erste Wahlkampfveranstaltung abgehalten. Sie verlief - wie schon seine vorherigen Ansagen zu seinen angeblichen Präsidentschaftsambitionen - chaotisch. 

Kanye West bricht bei US-Wahlkampf in Tränen aus und macht Geständnis

West brach während des Auftritts am Sonntag für die US-Wahl* im Bundesstaat South Carolina in Tränen aus, als er erzählte, dass sein Vater ihn habe abtreiben lassen wollen.

„Meine Mutter hat mein Leben gerettet", sagte der 43-Jährige. Er erzählte dann auch noch, dass er selbst bei seiner Frau Kim Kardashian auf eine Abtreibung gedrungen habe, als der Reality-TV-Star mit North - der ältesten Tochter des Paares - schwanger war. „Ich habe fast meine Tochter getötet! Ich habe fast meine Tochter getötet!" rief West aus.

Kanye West beschuldigt Harriet Tubman bei Wahlkampf

Der Musiker behauptete auch, die berühmte afroamerikanische Fluchthelferin Harriet Tubman (1820-1913) habe nie Sklaven befreit. Sie habe vielmehr die Sklaven „für andere weiße Leute arbeiten lassen". Tubmans Leben ist Thema des Films "Harriet - Der Weg in die Freiheit" aus dem vergangenen Jahr.

Zu der Wahlveranstaltung des Rappers in Charleston waren nur geladene Gäste zugelassen. West trug eine kugelsichere Weste mit der Aufschrift „Sicherheit“. Die Teilnehmer mussten sich laut US-Medienberichten in einer schriftlichen Erklärung dazu verpflichten, während der Veranstaltung Masken zu tragen und Abstand zu anderen Gästen zu halten.

Kanye West will im November bei US-Wahl antreten

West hatte am Unabhängigkeitstag am 4. Juli zur allgemeinen Überraschung angekündigt, bei der Präsidentschaftswahl im November antreten zu wollen. Seitdem wird in den USA gerätselt, wie ernst er es damit wirklich meint.

West galt lange als glühender Anhänger von Präsident Donald Trump. Zuletzt distanzierte er sich aber von dem Rechtspopulisten. Beobachter heben hervor, dass der Rapper in einigen heiß umkämpften Schlüsselstaaten Trumps designiertem Rivalen von der Demokratischen Partei, Joe Biden, schaden könnte, sollte West tatsächlich antreten und schwarze Wählerstimmen gewinnen.

Der amtierende US-Präsident Donald Trump sorgte dagegen für einen anderen Aufruhr. Zum einen spielt er die weiter steigenden Corona-Zahlen in den USA herunter. Zum anderen lässt eine Bemerkung aufhorchen, dass er eine Wahlniederlage nicht anerkennen würde. 

Übrigens: Nicht nur bei Kanye West liegen derzeit offenbar die Nerven blank. Auch einige EU-Politiker, die aktuell bei einem Gipfeltreffen in Brüssel über das geplante europäische Corona-Hilfspaket beraten, sind nach stundenlangen Verhandlungsrunden mittlerweile etwas dünnhäutig. Sogar von persönlichen Angriffen gegen einzelne Staatschefs wird berichtet. (AFP) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

Rubriklistenbild: © dpa / Lauren Petracca Ipetracca

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