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„Laschet kneift“: CDU-Chef lässt Rezo-Triell platzen - Bär findet‘s „mega löblich“

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Ein Wahlkampf-Triell für junge Menschen? Die Planungen von YouTuber Rezo waren bereits weit fortgeschritten. Doch Unions-Kanzlerkandidat Laschet sagte ab.

Berlin - CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat YouTube-Star Rezo offenbar eine Absage erteilt. CDU und Rezo – eine Kombination, die nicht zum ersten Mal im Nachrichtengetümmel grell aufleuchtet. Der YouTuber hatte 2019 mit seiner „Zerstörung der CDU“ bundesweite Aufmerksamkeit erregt.

Nun wollte er nach eigenen Angaben mit dem Journalisten Tilo Jung („Jung und Naiv“) ein Kanzler-Triell veranstalten. Bei den Grünen und der SPD stieß die Idee Rezo zufolge auf Zustimmung. Nur Laschet soll nach einer mehrwöchigen Bedenkzeit einen Rückzieher gemacht haben. „Damit war die Sache dann tot“, verkündete Rezo auf seinem YouTube-Kanal. Nicht tot ist die Angelegenheit auf Twitter. Dort trendet aktuell der Hashtag „LaschetKneift“.

Auf seinem Kanal „Renzo“, auf dem der 28-Jährige die Highlights seiner Twitch-Livestreams teilt, hat Rezo über den Vorfall gesprochen. In dem gut 14-minütigen Video erläutert er die Hintergründe seiner Idee einer Wahlkampf-Veranstaltung für ein junges Publikum. Rezo war zuletzt auch mit der Corona-Politik der Bundesregierung hart in die Kritik gegangen.

Laschet-Absage an Youtuber Rezo: Doch kein Wahlkampf-Duell für junges Publikum - Twitter empört

„Ich hatte zum Beispiel eine super Unterhaltung mit Robert Habeck“, beginnt Rezo seine „Hinter den Kulissen“-Erläuterung. Jung sei mit der Idee auf ihn zugekommen, eine Debatte zwischen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz und Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet auf Youtube und Twitch zu moderieren. Angedacht sei ein 90-minütiges Format gewesen, in dem zu wenigen, ausgewählten Themen „in die Tiefe“ gegangen werden sollte. Die Plattform YouTube habe auf den Vorschlag begeistert reagiert – auch das Live-Streaming-Videoportal Twitch stellte sich dahinter. Als Medienpartner habe man Zeit Online gewinnen können – das seine Redaktionsräume zur Verfügung stellen wollte.

Daraufhin seien an die Kanzlerkandidatin und die Kanzlerkandidaten Einladungen ausgesprochen worden. SPD und Grüne hätten signalisiert, dafür bereit zu sein – sollte Armin Laschet zusagen. In einem Telefonat, so erzählt es der YouTuber, habe der CDU-Politiker erklärt, es sich zu überlegen. Daraufhin: die Absage. Rezos Urteil: Wenn man sich für die Generation Z und die der Millenials „nicht mal einen Abend Zeit nimmt, dann glaube ich, das ist ein schlechtes Zeichen.“

„LaschetKneift“ auf Twitter – Nutzer reagierten enttäuscht auf Laschet-Absage an Rezo und Tilo Jung

„Meine Söhne sind beide sauer, sie mochten Laschet vorher schon nicht, aber die Absage zum Kanzlerduell an rezo und #tilojung finden sie ganz arm. Das wäre ein Duell gewesen, was sich beide angeschaut hätten“, kommentiert eine Twitter-Nutzerin. Auch ein Zeit-Online-Redakteur reagiert: „Hätte ich gern gesehen und begleitet. Schade, dass #LaschetKneift“.

Ganz anders beurteilte CSU-Politikerin und Digitalministerin Dorothee Bär die Lage. „Mega löblich, dass Armin Laschet kein Gesprächsangebot von zwei Männern - ohne mindestens 50% Frauenanteil - annimmt!“, twitterte sie mit einem Zwinker-Emoji. „Wobei die weiblichen Moderatorinnen bei einer Absage nicht laut geheult hätten“, fügte sie hinzu. Unter dem Posting hagelte es allerdings Verweise auf einen Auftritt Laschets, bei dem eine Frauenquote offensichtlich gar keine Rolle gespielt hatte.

Auf Twitter meldete sich auch der Deutsche Journalisten-Verband zu Wort und urteilte: „Mit Rezo-Diskussion lassen sich junge Leute erreichen, die keine Zeitung lesen. Unverständlich, warum #LaschetKneift.“ Weitere Nutzerinnen und Nutzer verweisen auf die demografische Ausgangslage bei der anstehenden Bundestagswahl im Herbst. Laut einer Statistik des Bundeswahlleiters macht die Altersgruppen der Unter-30-Jährigen weniger als 15 Prozent der Wahlberechtigten aus. (aka)

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