Folgt jetzt der Söder-Showdown?

K-Frage droht zu eskalieren: CSU empört über Laschet-Gerücht

  • Anna-Katharina Ahnefeld
    vonAnna-Katharina Ahnefeld
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Söder oder Laschet? Laschet oder Söder? Zwischen Ostern und Pfingsten soll die Kür des Kanzlerkandidaten der Union geklärt werden. Die Spannung steigt.

Berlin - Wer macht das Rennen für die Union? Je näher die Bundestagswahl 2021 rückt, desto drängender wird die Frage: CSU-Chef Markus Söder oder CDU-Chef Armin Laschet? Ein CSU-Kanzlerkandidat wäre zwar ungewöhnlich - Söder wäre nach Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber erst der dritte CSU-Politiker, der zum Kanzlerkandidat der Union gekürt würde - doch aktuelle Umfragen sehen den Bayern in der Beliebtheit klar vorne.

Öl ins Feuer gießt ein Gerücht, das derzeit bei der Schwesternpartei der CDU umgeht: Angeblich habe Armin Laschet gegenüber CDU-Spitzenpolitiker:innen angekündigt, am Wochenende mit dem bayerischen Ministerpräsidenten über die Klärung der Kanzlerkandidatur zu sprechen. Das will die Bild-Zeitung erfahren haben. Auf Seiten der CSU sorgt das für Unmut. Aus Spitzenkreisen der Partei soll es nun heißen, ein etwaiges Treffen Söders und Laschets zur Kandidatur sei mit diesem in der Union umgehenden Gerücht „gestorben“. Offenbar herrscht dicke Luft, der Kanzler-Streit spitzt sich spürbar zu.

Klärung der Merkel-Nachfolge: Markus Söder und Armin Laschet stehen vor brisanter Entscheidung

Hintergrund dafür ist, dass am Sonntag die Klausurtagung der Bundestagsfraktion zum Thema „Wie gestalten wir die Zukunft“, ansteht. Eingeladen dazu haben die zwei Spitzenkandidaten der Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt. Zuvor sollen Söder und Laschet mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine allgemeine Aussprache über die politische Lage abhalten. Da keiner der beiden Politiker bisher seine Kandidatur angekündigt hat, und nach Ostern und bis Pfingsten die Kür des Union-Kanzlerkandidaten zeitlich eingerahmt wurde, wird das Treffen mit Argusaugen beobachtet. Gleichzeitig gilt es in der Union als unwahrscheinlich, dass schon dort die große Entscheidung fallen werde. Denn gute Sitte ist es eigentlich, solche Schritte zunächst mit den Spitzengremien beider Parteien zu besprechen. Doch langsam wird es sowohl für Laschet als auch für Söder ungemütlich.

Angesichts der Umfragewerte ist die Spannung in der Union zum Greifen. Nach Bekanntwerden der Gerüchte um CDU-Chef Armin Laschet, hieß es aus Spitzenkreisen der CSU gegenüber der Bild weiter, am Sonntag werde auf jeden Fall „kein weißer Rauch“ aufsteigen. Klartext: Die brisante Frage, wer am Ende für die Union das Rennen macht, bleibt weiterhin offen. Zwischen Ostern und Pfingsten solle die Causa „Wer kann Kanzler“ geklärt werden.

Kür des Kanzlerkandidaten der Union: Druck auf rasche Klärung der K-Frage

Bereits der Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) mahnte die zwei Kandidaten der Merkel-Nachfolge zur Eile.  „Das Interesse in der Bundestagsfraktion an der Entscheidung ist riesengroß“, sagte der CDU-Politiker dem Deutschlandfunk. Die Abgeordneten wollten jetzt wissen, „wohin die Reise geht“. Auch er drängte darauf, dass bei dieser großen Entscheidung die Fraktion mit eingebunden werden sollte.

In dem Podcast „Die Wochentester“ des Kölner Stadt-Anzeigers und des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND)“ forderte nun auch der ehemalige CDU-Politiker Wolfgang Bosbach eine schnelle Entscheidung. „Die beiden potenziellen Kandidaten sind bekannt. Etwas Neues, Überraschendes wird auch in den nächsten Wochen nicht dazu kommen. Also bitte so rasch wie möglich entscheiden, damit wir dann von den Personal-Fragen wieder zu den Sach-Fragen überwechseln können“, so Bosbach. Wem er bessere Chancen einräumte, beantwortete Bosbach dabei folgendermaßen: „Da gibt es vermutlich von Tag zu Tag mehr Abgeordnete und Kandidatinnen und Kandidaten in den Wahlkreisen, die der Auffassung sind, mit Markus Söder haben wir bessere Chancen.“ Auch zu Söders Aussage, die Kür des Kanzlerkandidaten solle in enger Absprache mit Merkel erfolgen, hat Bosbach eine klare Meinung, was der CSU-Politiker damit ausdrücken wollte: „Da ich, Markus Söder, im Gegensatz zu dir, Armin Laschet, immer auf Linie der Kanzlerin war, kannst du, lieber Armin, die Kanzlerin ja mal fragen, wen sie lieber als Nachfolger hätte. Das hat er gemeint.“ (aka mit Material von dpa)

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