Markus Söder voran verlassen die Teilnehmer der Unions-Klausurtagung das Paul-Löbe-Haus in Berlin, im im Hintergrund Armin Laschet, Alexander Dobrindt und Ralph Brinkhaus
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Unions-Politiker verlassen nach der Klausurtagung das Gebäude, allen voran: Markus Söder

Stimmungsabfrage vor der Bundestagswahl 2021

Laschet oder Söder? Umfrage attestiert nur einem große „Führungsstärke“ - eine weitere sieht Union im Dauertief

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Wie denken und fühlen eigentlich die Deutschen? Umfragen sollen den Nebel lichten. Bei einer neuen mit mehr als 2000 Teilnehmern ging es nun um Charaktereigenschaften.

Berlin - Der eine will sich von Umfragen nicht „leiten“ lassen, der andere findet sie „natürlich“ wichtig. CDU-Chef Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder erzielen auf dem Feld gerade sehr unterschiedliche Werte. Beide wollen Kanzler werden. Eine Kurzzusammenfassung dreier aktueller Umfragen vor der Bundestagswahl 2021

Nur eine Minderheit hält Laschet aktuell für „führungsstark“ oder „dynamisch“: jeweils vier Prozent. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstituts Forsa, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Söder hingegen hielten die 57 Prozent der Teilnehmer der repräsentativen Umfrage für „führungsstark“, und 36 Prozent immerhin für „dynamisch“.

Umfragen vor der Bundestagswahl 2021: Niederschmetterndes Forsa-Ergebnis für Laschet

Für vertrauenswürdig halten Laschet zwölf Prozent, Söder 27 Prozent. 34 Prozent trauen Söder zu, dass er die anstehenden Probleme rechtzeitig erkennt. 30 Prozent meinen, dass er sie auch löse. Laschet trauen hingegen nur sechs Prozent zu, Probleme rechtzeitig zu erkennen, nur vier Prozent trauen ihm die Lösung dieser Probleme zu.

„Die Zahlen belegen, dass eine Mehrheit Laschet nicht für kanzlerfähig hält“, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner dazu. Mit ihm als Kanzlerkandidat würden die Chancen der Union deutlich sinken, das Kanzleramt zu halten. „Laschet fehlt die Bindekraft, die ein Kanzlerkandidat braucht.“ An der Umfrage nahmen zwischen dem 7. und 10. April 2024 Befragte teil.

Söder als Kanzlerkandidat? Unions-Anhänger jubeln, Wähler von AfD und Linke wehren ab

Weiter zur nächsten repräsentativen Umfrage, diesmal im Auftrag der Augsburger Allgemeinen. Dass Söder Unions-Kanzlerkandidat werden will, begrüßt eine Mehrheit der Deutschen. 58 Prozent der Befragten fanden seinen Schritt gegenüber dem Meinungsforschungsinstitut Civey richtig. 30 Prozent erklärten, dass sie Söders Griff nach der Spitzenkandidatur für falsch halten. Zwölf Prozent zeigten sich unentschieden.

Und wie sieht die Verteilung über die Parteien hinweg aus? 50 Prozent der Grünen-Anhänger und 47 Prozent der SPD-Wähler bewerten Söders Schritt den Angaben zufolge als positiv. Unter den FDP-Anhängern sind es 45 Prozent. Lediglich bei den Anhängern von Linken und der AfD ist die Ablehnung größer als die Zustimmung.

Besonders groß ist die Rückendeckung für Söder - wenig - überraschend im Unionslager: Hier hat er 86 Prozent der CDU/CSU-Anhänger hinter sich.

Umfrage-Tief für die Union: CDU/CSU erreichen weniger als 30 Prozent Zustimmung

Indes: Im Spiegel des „Trendbarometers“ von RTL und n-tv bleibt die Union weiterhin deutlich unterhalb der 30-Prozent-Marke. In der am 14. April veröffentlichten Forsa-Umfrage erreichen CDU und CSU unverändert 27 Prozent. Die Grünen bleiben mit 23 Prozent stabil auf dem zweiten Platz.

Die SPD erreicht erneut 15 Prozent. Die AfD verbessert sich um einen Punkt auf elf Prozent. Die FDP kommt auf neun Prozent (minus eins). Die Linke legt einen Punkt auf acht Prozent zu. Für sonstige Parteien wurden sieben Prozent vorhergesagt. Den Anteil der Unentschlossenen gab Forsa mit 23 Prozent an.

Rechnerische Mehrheiten gäbe es demnach für Schwarz-Grün oder für eine Ampel aus Grünen, SPD und FDP. Für Schwarz-Rot oder für Grün-Rot-Rot würde es nicht reichen. Forsa befragte für das "Trendbarometer" vom 6. bis 12. April 2500 Bürgerinnen und Bürger. (AFP/dpa/frs)

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