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Internationale Reaktionen zu Kanzler Scholz: Ungarns Orban attackiert ihn direkt

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Von: Patrick Mayer

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Olaf Scholz ist neuer Bundeskanzler Deutschlands. Aus Österreich und Frankreich gibt es herzliche Glückwünsche, aus Ungarn harsche Kritik. Die internationalen Reaktionen.

München/Berlin - Da ist er. Der Neue für Deutschland. Olaf Scholz (SPD) wurde an diesem Mittwoch (8. Dezember) vom Bundestag zum neuen Bundeskanzler gewählt und von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt. Damit hat das nach Einwohnern größte Land (rund 83 Millionen) und die größte Wirtschaftsmacht der Europäischen Union (EU) einen neuen Regierungschef - nach 16 Jahren Angela Merkel (CDU).

Olaf Scholz (SPD) neuer Bundeskanzler: Österreichs Karl Nehammer gratuliert als Erster

Markant: Die internationalen Reaktionen fielen anfangs verhalten aus. So gab es unmittelbar nach der Wahl von SPD-Mann Olaf Scholz zum neuen Ampel-Kanzler weder ein Statement aus Washington (USA) noch von Boris Johnson aus London (Großbritannien). Bei US-Präsident Joe Biden und Amerika dürfte dies noch der Uhrzeit in den frühen Morgenstunden geschuldet gewesen sein. Am schnellsten reagierte der Nachfolger von Sebastian Kurz in Wien.

Karl Nehammer (ÖVP), neuer Bundeskanzler Österreichs, schrieb postete um 10.25 Uhr (MEZ) bei Twitter: „Herzlichen Glückwunsch, Olaf Scholz, zur Angelobung als Bundeskanzler! Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit zur weiteren Vertiefung der engen Beziehungen zwischen Österreich und Deutschland.“

Olaf Scholz (SPD) neuer Bundeskanzler: Frankreichs Emmanuel Macron dankt Angela Merkel

Freundlich war ebenfalls die Begrüßung im Kreis der internationalen Regierungschefs aus Paris. „Cher Olaf Scholz, la suite, nous l‘écrirons ensemble. Pour les Français, pour les Allemands, pour les Européens. À vendredi! Das nächste Kapitel werden wir zusammen schreiben. Für die Franzosen, für die Deutschen, für die Europäer. Wir sehen uns am Freitag!“, schrieb der französische Staatspräsident Emmanuel Macron - ebenfalls bei Twitter. Beide pflegen schließlich eine vertraute politische Beziehung. Mehr noch: Scholz gilt als Freund Frankreichs, besuchte Macron noch während des Wahlkampfes zur Bundestagswahl 2021 im Élysée-Palast.

Macron bedankte sich in einem zweiten Posting sogleich noch bei Scholz‘ Vorgängerin: „Merci, chère Angela, de n‘avoir jamais oublié les leçons de l‘Histoire, d‘avoir tant fait pour nous, avec nous, pour faire avancer l‘Europe. Danke, dass du die Lehren der Geschichte nie vergessen und so viel für und mit uns getan hast, um Europa voranzubringen.“

Olaf Scholz (SPD) neuer Bundeskanzler: Ungarns Viktor Orban attackiert direkt

Als Merkel-Kritiker galt in den vergangenen Jahren stets der ungarische Staatschef, der rechtskonservative Viktor Orban (Fidesz-Partei). Und das als einer der Vizepräsidenten der Christlich Demokratischen Internationalen. Dass nun ein linksliberaler Sozialdemokrat in Deutschland an der Macht ist, passt dem 58-Jährigen offenbar gar nicht.

„Die neue linksliberale Regierung strebt weg von Kohls Europa der Vaterländer hin zu einer migrations- und genderfreundlichen, deutsch geprägten, zentralistischen Politik aus Brüssel. Hier stehen wir nicht mehr Seite an Seite“, schrieb er in einem Gastbeitrag für die Bild-Zeitung und meinte: „Schon mit der Migrationskrise 2015 zerbrach unsere Einigkeit.“ (pm)

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