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Kanzlerschafts-Favoritin Baerbock? Söder schon auf Koalitions-Kurs - So sprechen ihre Konkurrenten

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Von: Moritz Bletzinger

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Annalena Baerbock: Die Grüne-Spitzenkandidatin kann sich über starke Umfragewerte freuen - was denken ihre Konkurrenten über die 40-Jährige?
Annalena Baerbock: Die Grüne-Spitzenkandidatin kann sich über starke Umfragewerte freuen - was denken ihre Konkurrenten über die 40-Jährige? © Kay Nietfeld/dpa

Annalena Baerbock geht als Spitzenkandidatin der Grünen in die Bundestagswahl. Das sagen ihre Konkurrenten über die Kanzlerschafts-Anwärterin.

München - Die parteiinternen Kämpfe um die K-Frage sind ausgefochten. Jetzt beginnt das große Werben. Zumindest in Fernduellen. Die Kopf-an-Kopf-Diskussionen wird es zwar erst in einigen Monaten geben, doch medial tasten sich die Kandidat:innen natürlich schon ab. Und schicken den einen oder anderen Wink an die Konkurrenz.

Annalena Baerbock (Grüne): Umfrage-Favoritin bei K-Frage - das sagen die Kanzlerkandidaten

Aufgrund ihrer exzellenten Umfragewerte bekommt Grünen-Kandidatin Annalena Baerbock besondere Aufmerksamkeit. Dass sie sich intern gegen den ebenfalls sehr beliebten Robert Habeck durchgesetzt hat, lässt sie noch mehr in den Fokus rücken. Als erste grüne Kanzlerkandidatin überhaupt, wäre Baerbock ohnehin im medialen Mittelpunkt.

Ihre Widersacher bei der anstehenden Bundestagswahl sind Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD). Andere Parteien haben keine Spitzenkandidat:innen genannt. Sie - und diejenigen, die gerne selbst angetreten wären - werden nun natürlich immer wieder auf Baerbock angesprochen. Mehr oder weniger direkt lassen sich schon jetzt einige Standpunkte erkennen.

Markus Söder (CSU): „Grüne sind spannender“ - Bayerns Ministerpräsident schwärmt von Schwarz-Grün

„Ich nehme Frau Baerbocks frische und moderne Kandidatur sehr ernst“, sagt Markus Söder (CSU) im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Er erwarte einen Dreikampf zwischen ihr, Olaf Scholz und Armin Laschet und fügt an: „Viele in der Union haben noch nicht verstanden, dass es ein Wahlkampf wird, wie wir ihn noch nie erlebt haben.“

Bayerns Ministerpräsident bleibt bei sanften Tönen. Annalena Baerbock habe zwar keine Regierungserfahrung, aber Lebenserfahrung. Außerdem sei das Modell mit einer jungen Kandidatin bereits in Finnland, Dänemark und Neuseeland sehr erfolgreich gewesen.

So erfolgreich, dass es die Grünen zum Koalitionspartner der Union macht? Söder fühlt hier fast schon für Verhandlungen vor. „Natürlich wäre die FDP der leichtere Partner. Aber die Grünen sind der spannendere. Die großen Fragen könnte man zusammen besser lösen.“ Welche Parteien sich überhaupt mit Regierungsbildung beschäftigen dürfen, steht aber selbstredend noch in den Sternen.

Olaf Scholz (SPD): Spitze gegen Baerbock und Habeck - „Ich bin der Kanzlerkandidat, der ...“

Das würde die SPD vermutlich liebend gern wieder tun. Die Vorzeichen dafür sind momentan allerdings nicht optimal. Olaf Scholz geht im Gespräch mit der Bild am Sonntag in die Offensive. Mit einer indirekten - aber scharfen - Spitze gegen Baerbock und Habeck.

„Ich bin der Kanzlerkandidat, der über die notwendige Erfahrung und Kenntnisse für diese Aufgabe verfügt. Das unterscheidet mich von meinen Wettbewerbern“, schießt Scholz. Das Wahlkampf-Argument „Erfahrung“ geht unmissverständlich in die Richtung der Grünen.

Das merkt auch die Bild-Redaktion und hakt nach: „Annalena Baerbock, die über keinerlei Regierungserfahrung verfügt, darf nach ihrer Logik also nicht Kanzlerin werden?“ Das würden sich die Wählerinnen sicherlich gut überlegen und am Ende entscheiden, weicht Scholz aus.

Armin Laschet (CDU): „Sie redet, ich handle“ - Unions-Kandidat ungewohnt scharfzüngig

„Sie redet, ich handle“, spricht Armin Laschet mit der SZ direkt über seine Konkurrentin, „Fakten sind stärker als Forderungen.“ Ungewöhnlich klare Kante vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten. „Regierungserfahrung ist ganz sicher ein Vorteil, das hat auch die Geschichte gezeigt“, schließt sich auch Laschet der „Erfahrungs“-Argumentation an.

Die Grünen seien ohne Zweifel der größte Herausforderer, gibt er zu, bekrittelt aber: „Das liegt auch daran, dass sie auf Bundesebene seit 16 Jahren nicht mehr mitregieren, nichts beweisen mussten. Ihre Defizite sieht man deshalb nicht so deutlich. Derzeit wirken die Grünen im Bund vielleicht sympathisch - inhaltlich haben sie aber wenig zu bieten.“ Als Koalitions-Lieblingspartner nennt Laschet nur die FDP.

Friedrich Merz (CDU): Baerbock ist eine „sehr ernsthafte Gegnerin“ - Laschet-Berater aber ebenfalls kritisch

Wäre Friedrich Merz Kanzlerkandidat, er wäre wohl die konträrste Alternative zu Annalena Baerbock. „Die mangelnde Berufs- und Regierungserfahrung spricht einfach gegen sie“, schaltet er im Spiegel-Interview dennoch in den Wahlkampf. Er ist schließlich ins Laschets Wahlkampfteam. Und spricht für seine Partei: „Frau Baerbock ist für uns eine sehr ernsthafte Gegnerin.“

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