Aktion in Washington

Tausende Kinderschuhe vor dem Kapitol - das ist der traurige Grund

Aktivisten haben vor dem Kapitol in Washington tausende Schuhe niedergelegt. Das hat einen traurigen Hintergrund.

Aus Protest gegen die Waffengewalt an Schulen in den USA haben Aktivisten am Dienstag 7000 Paar Schuhe vor dem Kapitol in Washington abgestellt. Die Schuhe vor dem Parlamentssitz sollten an alle Schüler erinnern, die seit dem Blutbad in der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown im Jahr 2012 bei Amokläufen in dem Land getötet wurden.

Seit dem Massaker an einer Schule in Florida, bei dem ein 19-jähriger Ex-Schüler 17 Menschen erschossen hatte, läuft in den USA eine heftige Debatte über die Waffengesetze. Überlebende des Angriffs in Florida werben für strengere Regeln. Die Regierung von Präsident Donald Trump hingegen legte jüngst Pläne vor, wonach die Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe gefördert werden soll.

Die Aktion mit den Schuhen kommt etwa einen Monat nach dem jüngsten US-Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida. Solche Massaker häufen sich in den USA und sorgen für heftige Debatten über Waffengesetze. Hierbei tut sich vor allem die Waffen-Lobby National Rifle Association (NRA) als Verteidiger des geltenden Waffenrechts der USA hervor. Seit 1791 ist es durch einen Zusatzartikel der US-Verfassung verboten, das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen einzuschränken. 

Befürworter strengerer Waffengesetze argumentieren, dass Amerika damals ein vorindustrielles Land war und der Alltag der damaligen Siedler dementsprechend ein anderer war als in den heutigen USA. Zudem habe es im 18. Jahrhundert Musketen gegeben, nicht aber automatische Schusswaffen, die das Töten vieler Menschen in kurzer Zeit ermöglichen. Demnach sei es absurd, den Verfassungszusatz auch heute noch wörtlich auszulegen.

Donald Trump bei einem Besuch der Waffenlobby NRA.

Viele Vorfälle mit solchen modernen Waffen entgehen der internationalen Öffentlichkeit, während besonders opferreiche Amokläufe auch hierzulande in den Schlagzeilen landen. Traurige Prominenz erlangte im Dezember 2012 etwa der Ort Newtown in Connecticut, wo ein Schütze 27 Menschen erschoss, darunter zwanzig Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren. An diese Kinder soll die Aktion erinnern.

#WalkoutWednesday

Jedoch war die Schuh-Aktion am Mittwoch nicht das einzige Zeichen, das die Befürworter strengerer Waffengesetze setzten. In den ganzen USA beteiligten sich Schulen an der Aktion #WalkoutWednesday, in deren Rahmen Lehrer und Schüler dazu aufgerufen waren, ihre Klassenzimmer für 17 Minuten zu verlassen, um der 17 Opfer des Todesschützen von Parkland zu gedenken. 

Auch Fernsehsender beteiligten sich an der Aktion, wie aus den Tweets einiger Fernsehzuschauer hervorgeht, die den Kinder-Sender „Nickelodeon“ für 17 Minuten nicht empfangen konnten. Stattdessen war auf einem Standbild zu lesen, bei „Nickelodeon“ unterstütze man die Jugend des Landes im Kampf gegen Waffengewalt. „MTV“ machte ebenfalls mit.

AFP/lag

Rubriklistenbild: © Twitter Screenshot / Stone Cold

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