Kardinal Caffarra "ist ein Ärgernis"

- Rom/München - Der deutsche Papst ist immer gut für Überraschungen - manchmal sind es für den ein oder anderen gutgläubigen Katholiken auch böse Überraschungen. Die erste Ernennung neuer Kardinäle durch Benedikt XVI. ruft bei 34 ehemaligen CSU-Landtagsabgeordneten keine schönen Erinnerungen hervor: Unter den 15 neuen Kardinälen, die der Papst am 24. März beim ersten Konsistorium in seiner Amtszeit ernennen will, ist auch Carlo Caffarra (67), Erzbischof von Bologna (Italien).

Jener Caffarra, der 34 CSU-Abgeordnete vor fast 18 Jahren so in Weißglut gebracht hat, dass sie sich mit dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, einen deftigen Briefwechsel geliefert hatten.

Dass Caffarra, damals Leiter des päpstlichen Instituts für Studien über Ehe und Familie, im November 1988 bei einer Tagung sagte: "Wer Verhütungsmittel benutzt, will nicht, dass neues Leben entsteht, weil er ein solches Leben als ,Übel’ betrachtet. Das ist dieselbe Einstellung wie die eines Mörders, der es als ,Übel’ ansieht, dass sein Opfer existiert."

Die katholischen Abgeordneten der CSU sahen das als Diffamierung der vielen katholischen Eheleute. Einer der leidenschaftlichen Kämpfer für die Ehre der Eheleute war damals Peter Widmann aus Steingaden (Kreis Weilheim-Schongau). Der frühere CSU-Abgeordnete ist tief verärgert, als er von der "Beförderung" Caffarras hört. "Das ist ein weiterer Schlag ins Gesicht aller Eheleute, dass dieser Ehrabschneider vom Papst zum Kardinal ernannt wird", empört er sich.

Die anderen Kardinalsernennungen dürften keine Verärgerungen auslösen. Das Kardinalspurpur erhalten unter anderem der Erzbischof von Hongkong, Joseph Zen Ze-Kiun, der Erzbischof von Krakau, Stanislaw Dziwisz (langjähriger Privatsekretär von Papst Johannes Paul II.), sowie der Nachfolger von Joseph Ratzinger in der Glaubenskongregation, der Kalifornier William Joseph Levada.

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