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Kardinal Meisner bedauert Holocaust-Vergleich

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- Köln - Der Kölner Erzbischof Joachim Meisner hat seinen umstrittenen Vergleich von Abtreibungen mit den Verbrechen Hitlers bedauert. "Wenn ich geahnt hätte, dass mein Verweis auf Hitler missverstanden hätte werden können, hätte ich seine Erwähnung unterlassen. Es tut mit leid, dass es dazu gekommen ist", erklärte der Kardinal am Wochenende auf der Internetseite des Bistums. Der Hinweis auf Hitler werde in der Dokumentation der Predigt getilgt.

Meisner hatte eine Welle der Empörung ausgelöst, weil er in seiner Dreikönigs-Predigt gesagt hatte: "Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht." Der Präsident des Zentralrates der Juden Paul Spiegel hatte die Äußerungen unsäglich und beleidigend genannt und Meisner aufgefordert, sie zurückzunehmen.

Auch die Grünen reagierten mit heftiger Kritik. Der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, warf Meisner vor, er verspiele das Ansehen der Kirche. "Jeder Politiker, der die Sätze von Kardinal Meisner ausgesprochen hätte, könnte sich vor Rücktrittsforderungen nicht retten".

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