Heftige Reaktionen in Australien

"Waffen-SSM": Empörung über Nazi-Karikatur zur Homo-Ehe

Sydney - Eine Karikatur mit Nazi-Anlehnung über Schwulen- und Lesben-Aktivisten hat in Australien heftige Reaktionen ausgelöst.

Der Zeichner Bill Leak hatte eine Truppe grimmig schauender Soldaten mit Uniformen in Regenbogenfarben gezeichnet. Titel: „Waffen-SSM“. SSM steht für Same Sex Marriage - Homo-Ehe. SS soll an die Elitetruppe des 3. Reiches, die Waffen-SS, erinnern. Die Regenbogenfarben sind Symbol der Aktivisten, die gleiche Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Menschen (LGBT) fordern. Leak kommentierte mit der Karikatur die Volksabstimmung über die Zulassung der Homo-Ehe am 11. Februar 2017. Nach Umfragen sind fast 60 Prozent der Australier dafür.

In sozialen Medien kritisierten Nutzer die Karikatur am Donnerstag scharf. Der Karikaturist David Pope nannte in einem Twitter-Post den Künstler Richard Grune, der unter den Nazis wegen Homosexualität verurteilt wurde und das Konzentrationslager Sachsenhausen überlebte. „An Richard Grune wird man sich erinnern, lange, nachdem die Welt Bill Leak vergessen hat“, twitterte Pope. „In 20, 30 Jahren wird man diese Karikaturen genauso betrachten wie Leute, die sich mal über Ehen zwischen verschiedenen Ethnien aufgeregt haben oder über das Wahlrecht für Frauen“, meinte Autor Ben McLeay beim Sender SBS.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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