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Karl Lagerfeld.

„Ich war wütend, bin es immer noch“

Lagerfeld relativiert seinen Flüchtlings-Vergleich - und keilt gegen die AfD

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Modezar Karl Lagerfeld sorgte kürzlich mit einem Flüchtlings-Vergleich für viel Empörung. Nun relativierte er diesen - und teilte gegen die AfD aus.

München - Schon seit einigen Jahrzehnten ist Karl Lagerfeld nicht mehr in Deutschland beheimatet, sondern in der Hauptstadt des Nachbarlandes Frankreich. Dort sorgte er auch Mitte November für einen Eklat, als er in einer Talkshow die deutsche Kanzlerin attackierte. Er stellte nämlich eine reichlich krude Verbindung zwischen dem Holocaust und der Flüchtlingskrise her. Diese Aussage relativierte er nun in einem Interview mit der Vogue und dem ZEIT Magazin und nutzte die Bühne, um kräftig gegen die Alternative für Deutschland (AfD) auszuteilen.

"Selbst wenn Jahrzehnte dazwischen liegen, kann man nicht Millionen Juden töten und später dann Millionen ihrer schlimmsten Feinde holen“, sagte Lagerfeld in der Talkshow des französischen Senders C8. Damit spielte er auf den im arabischen Raum weit verbreiteten Antisemitismus an. Zudem verstieg er sich zu der Vermutung, dass Kanzlerin Merkel durch diese Geste ihr „Image als Rabenmutter“ habe verbessern wollen. 

Darauf angesprochen sagte Lagerfeld nun: „Die Leute haben das nicht verstanden. Das war eine Metapher. Die Deutschen haben Millionen von Juden umgebracht, und da schämen wir uns doch heute noch für. Und jetzt lässt Angela Merkel eine Million ihrer Erzfeinde ins Land.“ Er fügte hinzu, dass für ihn nicht alle Flüchtlinge auch gleich Judenhasser seien. Er ergänzte allerdings, dass er auch wenig Araber getroffen habe, die sagen „Ich liebe die Juden.“

Lagerfeld ist besorgt über Einzug der AfD in den Bundestag

Lagerfeld ist noch immer geschockt über den Einzug der AfD in den Deutschen Bundestag. „Da habe ich beinahe einen Schlag gekriegt, so aufgebracht war ich. Ich war wütend, bin es immer noch“, sagte Lagerfeld. Aus seiner Sicht sei es so: „Seit Angela Merkels Umgang mit Griechenland während der Finanzkrise hatte sie in Europa den Ruf einer bösen Mutter, wie man in Frankreich sagt. Während der Flüchtlingskrise wollte sie sich dann als Pastorentochter ein besseres Image zulegen. Man hat ihr damals vorausgesagt, dass sie deshalb Millionen von Stimmen verlieren wird. Und genau so ist es gekommen. Bravo!“, meinte der Modeschöpfer, der am Mittwoch seine „Métiers d'Art“-Kollektion in der Elbphilharmonie präsentiert.

Der Aufstieg der AfD erinnere ihn an die Nazi-Zeit, die ihm besonders nah geht: „Das ist etwas, was man nicht vergeben kann. Deshalb bin ich auch Deutscher geblieben. Auch wenn wir hier damit direkt nichts zu tun haben, ich glaube auch nicht an Erbschuld, aber wir müssen alle damit bis zu unserem Lebensende umgehen.“

bix/dpa

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