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Impf-Chaos in Spahns Ministerium? Lauterbach macht „erstmal Inventur“ - um wichtige Frage zu klären

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Von: Andreas Schmid

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Karl Lauterbach
Der neue Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach. © Political Moments/Imago Images

Hat Jens Spahn Chaos hinterlassen? Karl Lauterbach geht offiziell auf die Suche nach dem Impfstoff: Im Gesundheitsministerium steht eine Inventur an.

Berlin - Während Deutschland über eine allgemeine Impfpflicht diskutiert, will der frischgebackene Gesundheitsministerium Karl Lauterbach (SPD) schon einen Schritt weitergehen. Er fragt sich: Wo ist der Impfstoff hin? Offenbar gibt es nach der Amtsübernahme von Vorgänger Jens Spahn (CDU) in dieser Hinsicht offene Fragen.

Corona-Impfung: Minister Lauterbach will „erst mal eine Inventur machen“

So will sich Lauterbach noch in dieser Woche einen Überblick über die in Deutschland vorrätigen Mengen an Corona-Impfstoffen verschaffen. „Wir haben die Grundlage für 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende“, sagte er dem Spiegel. „Wir machen jetzt am Freitag erst mal eine Inventur im Haus mit allen Fachabteilungen.“

Ziel sei es zu sehen, „wie viele von diesen 30 Millionen wirklich verimpft werden können“, sagte Lauterbach. Dazu werde geprüft, welche Impfdosen wo gelagert werden, welche Verträge zum Kauf weiterer Dosen bereits geschlossen wurden, wie es mit Lieferungen für Januar aussehe und welche bilateralen Verträge noch möglich seien. Lauterbach hatte das Gesundheitsministerium erst vor wenigen Tagen von Amtsvorgänger Jens Spahn übernommen. Der CDU-Politiker wurde immer wieder für die schleppende Impfkampagne mitverantwortlich gemacht.

Bei der Inventur im Gesundheitsministerium werde ihn Bundeswehrgeneral Carsten Breuer begleiten, sagte Lauterbach. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Breuer kürzlich zum Leiter des Corona-Krisenstabs im Kanzleramt ernannt. Der Generalmajor soll sich auf diesem Posten auch mit der Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen befassen. Dabei sorgte der neue Minister erst unlängst und unabhängig davon für Aufsehen: Auf einem offiziellen Ministerfoto mit dem Bundespräsidenten fehlte Lauterbach.

Die Ampel-Koalition möchte die Impfkampagne in den nächsten Wochen massiv ankurbeln. Das Infektionsschutzgesetz, das derzeit im Bundestag beraten wird, sieht dazu etwa eine Impfpflicht für bestimmte Einrichtungen wie Altenheime und Krankenhäuser vor. Künftig sollen zudem neben Ärzten auch Apotheker, Zahnärzte und Veterinäre impfen dürfen.

Corona: Impfstoffknappheit in Deutschland?

Zuletzt war die Impfkampagne ins Stocken geraten. Spahn hatte angekündigt, Biontech-Lieferungen zu begrenzen - und stattdessen für Moderna geworben. Der Minister beteuerte in seiner Reaktion auf den folgenden Sturm der Entrüstung, die Bundesregierung halte keine Impfdosen zurück. Er entschuldigte sich für einen Kommunikationsfehler.

Fakt ist allerdings, dass in vielen Landkreisen der Impfstoff knapp wird. Während Menschen vielerorts auf die Boosterimpfung drängen, fehlen die Impfdosen. Ein Beispiel aus Oberbayern: Der Landkreis Rosenheim, einer der Pandemie-Hotspots in Deutschland, erhielt von 22.000 bestellten Biontech-Impfdosen zuletzt gerade einmal 1000. Impf-Aktionen mussten daraufhin abgesagt werden. (as/dpa)

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