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Kubicki keilt mit „Spacken“-Spruch gegen Lauterbach - und muss sich nach „unwürdiger Einlassung“ verteidigen

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Manfred Kubicki, FDP-Plakat im Hintergrund
Manfred Kubicki (FDP) teilt vor der Bundestagswahl gegen Karl Lauterbach (SPD) aus (Archivbild aus dem Jahr 2016) © Daniel Bockwoldt/dpa

FDP-Mann Wolfgang Kubicki teilt aus gegen Karl Lauterbach (SPD). Der reagiert auf Instagram und nennt die Aussage „unwürdig“.

München - Wolfgang Kubicki (FDP) hat seinen politischen Gegner, Karl Lauterbach von der SPD, in einem Interview - zumindest indirekt - mit einer negativen Äußerung belegt. Karl Lauterbach reagierte darauf prompt - und zeigte sich erschüttert vom Verhalten des Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags.

Im Bild-Interview beschrieb Kubicki zunächst seine Vorstellungen von der Klimapolitik - sie solle nicht durch Verzicht, sondern durch technologische Innovationen vorangetrieben werden. Dann gestand er ein, dass er gegen Corona-Regeln verstoßen habe, wenn er sie als unsinnig empfand.

Wolfgang Kubicki (FDP) über Karl Lauterbach: „Ich schätze den Kollegen sehr, aber...“

Gefragt vom Bild-Journalisten, wie man Karl Lauterbach in Kubickis Kneipe nennen würde, sagt der: „Also man würde im Norden sagen: ‚Spacken‘ oder ‚Dumpfbacke‘.“ Und erklärt dann, dass er damit meine, dass Lauterbach kein Mann des Volkes mehr sei. Anders als Lauterbach würde sich Kubicki abends auch nicht mehr mit dem Lesen von Studien beschäftigen - sondern wohl eher in jene Kneipe gehen, wie er vorher bereits gesagt hatte.

Der Kontext dieser Aussage klingt allerdings schon freundlicher: „Ich schätze den Kollegen Karl Lauterbach sehr. Wir haben in der Pandemiefrage – er aus medizinischer Sicht, ich aus juristischer Sicht – in weiten Teilen unterschiedliche Auffassungen. Aber trotzdem ist er einer der wenigen, mit denen man leidenschaftlich darüber diskutieren kann.“

Karl Lauterbach (SPD) empört über Wolfgang Kubickis (FDP) Äußerung

Karl Lauterbach (SPD) reagiert in seinem Instagram-Account auf die - verkürzte - Aussage von Kubicki. Er schreibt zum Zitat: „Für den Vizepräsidenten des Deutschen Bundestags eine unwürdige Einlassung. Ich wüsste auch, was über Herrn Kubicki gesagt wird. Aber ich erreiche noch mediale Präsenz, ohne dass ich Kollegen beleidige.“

Die Follower Lauterbachs sind geteilter Meinung zu dem medial inszenierten Streit vor der Bundestagswahl. Während ihm einige darin zustimmen, der Vizepräsident des Deutschen Bundestages dürfe sich nicht so äußern, meint ein anderer User über Kubicki: „Ein Politiker der noch in der Realität lebt.“ Eine größere Zahl von Twitter-Usern hatte sich allerdings mit Karl Lauterbach solidarisiert.

Darauf reagiert nun wiederum Kubicki in den sozialen Medien: „Ich nehme mit Interesse und Verwunderung wahr, dass eine Aussage von mir gegenüber dem Kollegen Karl Lauterbach aus dem Zusammenhang gerissen und in den sozialen Netzwerken gegen mich verwendet wird“, schreibt er auf Facebook. Und weiter: „Dabei habe ich nur zum Ausdruck gebracht, dass Karl Lauterbach in meiner Stammkneipe durchaus kritisch gesehen wird - was ihn sicher nicht verwundert. Ich verteidige ihn jedoch grundsätzlich gegen unbotmäßige Anwürfe.“ (kat)

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