1. Startseite
  2. Politik

Krach hinter den Kulissen: Lindners Verlobte enthüllt im TV brisante Verbal-Attacken auf Lauterbach

Erstellt:

Von: Cindy Boden

Kommentare

Gesundheitsminister Karl Lauterbach in der Bundespressekonferenz.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach in der Kritik © Emmanuele Contini/www.imago-images.de

Wegen des neuen Genesenenstatus bekommt Karl Lauterbach viel Wut ab. Am Sonntag verteidigte er sich im TV. Doch intern brodelt es wohl.

Berlin - Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kann in Umfragen mit hohen Zufriedenheitswerten glänzen - doch zurzeit gibt es mächtig Ärger um eine Corona-Änderung. Die Verkürzung des Genesenenstatus von bisher sechs auf nun drei Monate sorgte in den vergangenen Tagen für viel Wirbel.

Auf der Seite der Bundesregierung heißt es nun dazu: „Künftig gelten als von Covid-19 genesen nur diejenigen, deren Erkrankung nicht länger als drei Monate zurückliegt. Hintergrund sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse aufgrund der rasanten Verbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus.“

Die Entscheidung kam ziemlich plötzlich. Ohne große Vorankündigung, ohne weitreichende Debatte im Vorfeld. Lauterbach verteidigte am Sonntagabend den Schritt. „Ich kann jetzt nicht sagen, es gibt einen Übergang, wenn das medizinisch nicht zu halten ist“, sagte der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Corona-Genesene hätten wegen Omikron ihren Impfschutz nach drei Monaten leider verloren und könnten sich infizieren. „Wenn man da Sicherheit will und die Fallzahlen kontrollieren will und die Vulnerablen besonders schützen will, dann muss man schnell handeln.“

Video: Lauterbach verteidigt Verkürzung des Genesenenstatus

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD): Es brodelt wegen Genesenen-Entscheidung hinter den Kulissen

Doch auch wenn Lauterbach jetzt versucht, den Schaden wieder aufzuräumen - es brodelt hinter den Kulissen, offenbar auch unter den Gesundheitsministern der Länder. Sie kamen am vergangenen Samstag (22. Januar) zu einem Treffen zusammen - auf der Tagesordnung unter anderem die Impfpflicht, aber eben auch der Umgang mit dem Genesenenstatus.

„Wir hören auch, in den Schaltkonferenzen hat es mächtig gekracht mit den Gesundheitsministern der Länder. Einige sagten, er würde auftreten wie ein ‚verrückter Professor‘ und sie erwarten einfach mehr Kurs“, berichtete die TV-Korrespondentin Franca Lehfeldt, die Verlobte von FDP-Chef Christian Lindner, am Montagmorgen bei RTL.

Und auch in der Beschlussvorlage vom Sonntagnachmittag zum Corona-Gipfel steht sozusagen ein politischer Rüffel für Lauterbach: Ein Punkt des Dokuments ist nur ihm gewidmet, wenn auch politisch euphemistisch formuliert: Die Länderchefs „begrüßen“ es demnach, dass der Gesundheitsminister angekündigt hat, dass Festlegungen zum Geimpften- und Genesenenstatus „aufgrund ihrer erheblichen Reichweite künftig rechtzeitig vor ihrem Inkrafttreten angekündigt und begründet werden“. Offenbar sind auch mindestens drei Ministerpräsidenten in Rage - und fordern Konsequenzen.

(Ampel vor großen Aufgaben - was SPD, Grüne und FDP planen, erfahren Sie  in unserem Politik-Newsletter.)

Coroa-Gipfel mit Bund und Ländern: Öffnungswettbewerb hat begonnen

Ansonsten scheint es bei dem anstehenden Bund-Länder-Treffen zu keinen weiteren Verschärfungen oder Lockerungen zu kommen - aber von „Öffnungsperspektive“ ist die Rede. Etwa bis Mitte Februar erwartet Lauterbach noch steigenden Corona-Zahlen. Doch das Ringen um Öffnungen hat bereits begonnen. (cibo)

Auch interessant

Kommentare