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Wird Lauterbach nächster Gesundheitsminister? Konkurrenz kommt aus den eigenen Reihen

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Der Mediziner und Politiker Karl Lauterbach bei der Ehrung der Biontech Gründer im Rathaus. Die beiden Forscher Ugur Sah
Karl Lauterbach (SPD) könnte der nächste Gesundheitsminister werden. Seine Qualifikation spricht für ihn: Er ist Arzt und Gesundheitsökonom (Archivbild). © Horst Galuschka / Imago

Kommt es zu einer Ampel-Koalition, könnte Karl Lauterbach der nächste Gesundheitsminister werden. Seine Qualifikation spricht für ihn, doch innerhalb der SPD haben auch andere Ambitionen.

Berlin - Die Sondierungsgespräche laufen. Noch steht nicht fest, ob es zu einer Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen kommen wird. Falls ja, darf sich der Arzt und Gesundheitsökonom Karl Lauterbach Hoffnungen auf den Posten des Gesundheitsministers machen. Er selbst würde sich das zutrauen, doch auch Bildungs- und Forschungsminister wäre aus Sicht des Politikers eine Option wie er im Interview mit dem Tagesspiegel verriet.

Karl Lauterbach gewinnt während Corona an Popularität

45 Prozent der Befragten wollen einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den Business Insider zufolge einen Gesundheitsminister aus der SPD. Die meisten haben dabei wohl den bekannten Gesundheitsexperten Karl Lauterbach im Kopf, der sich in der Corona-Pandemie durch seine Expertise hervortat. Das scheint keine Einzelaufnahme zu sein, denn auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von Bild.de sieht den SPD-Politiker in puncto Beliebtheit vorne. Rund ein Drittel der Befragten wünscht sich demnach, dass der Professor und Arzt Teil der nächsten Bundesregierung wird. Damit überholt er seine Parteikollegen. Während der Corona-Pandemie war der Politiker ein oft gesehener Gast in Talk-Shows und für Interviews, er steigerte seinen Bekanntheitsgrad deutlich.

Nicht immer erhalten Politiker Posten, mit denen sie auch inhaltlich vertraut sind. Der aktuelle Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beispielsweise ist gelernter Bankkaufmann und studierte Politikwissenschaft. Karl Lauterbach allerdings würde die passenden Qualifikationen mitbringen: Er hat Medizin studiert und eine Approbation als Arzt. Er studierte außerdem an der Harvard Universität, wo er zunächst einen Master of Public Health und im Anschluss seinen zweiten Doktortitel erlangte. Sein Schwerpunkt war unter anderem Epidemiologie, weshalb er während der Corona-Pandemie als gefragter Gesundheitsexperte galt. Sein vollständiger Titel lautet Prof. Dr. med. Dr. sc. Karl Lauterbach, er unterrichtete als Professor unter anderem an der Universität zu Köln. Bei der Bundestagswahl erreichte er erneut ein Direktmandat in seinem Wahlkreis Leverkusen - Köln IV, was für seinen Rückhalt in der Bevölkerung spricht. Doch er polarisiert auch. Durch sein ständiges Mahnen und seine Omnipräsenz in den Medien sind manche Bundesbürger genervt.

Lauterbach polarisiert - und erhält Konkurrenz aus eigenen Reihen

„Karl Lauterbach mahnt“, so begann die ein oder andere Schlagzeile während der Corona-Pandemie. Doch nicht nur seine ständigen Mahnungen gingen so manchem Bürger auf die Nerven. Lauterbach ist auch ein Verfechter der Bürgerversicherung, doch nicht alle zeigen sich davon überzeugt. Dabei soll das „Zwei-Klassen-System“ aus privater und gesetzliche Krankenversicherung abgeschafft werden. Die meisten europäischen Nachbarländer haben eine Art Bürgerversicherung, in Deutschland ist die Idee noch umstritten.

Im Interview mit Focus Online sagte Lauterbach, dass er in der Politik sei, um etwas zu bewirken, nicht um einen Posten zu bekommen. Wenn das eine jedoch mit dem anderen einhergehe, sei das schön. „Wenn nicht, kann man trotzdem was bewirken“, so Lauterbach weiter. Wäre ihm der Posten des Gesundheitsministers in der Vergangenheit schon angeboten worden, hätte er ihn angenommen. „Ich wäre auch nicht in Überforderung untergegangen. Aber so ist es halt nicht gewesen“, sagte er in der Sendung des Satirikers Kurt Krömer zu Beginn des Jahres. „Alles gut.“ Vielleicht bekommt er nun eine zweite Chance auf den Job.

Dafür gibt es allerdings Konkurrenz aus der eigenen Partei. Manche sehen die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken als ernstzunehmende Konkurrenz für Lauterbach. Auch Melanie Leonhard wurde bereits als mögliche Gesundheitsministerin genannt. Die Senatorin für Arbeit und Gesundheit in Hamburg ist Vorsitzende der SPD-Hamburg - und hat dadurch ein gutes Verhältnis zu Scholz, der vor seinem Ministeramt Bürgermeister der Hansestadt war. Zu Leonhard hat sich Scholz noch nicht geäußert, ihr Name taucht in der Öffentlichkeit noch nicht wirklich auf. Scholz scheint sich aber Esken als Ministerin vorstellen zu können. Bei einigen gilt sie aber eher als Anwärterin für das Amt der Bildungsministerin. Das wären gute Nachrichten für Lauterbach.

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