Karl Lauterbach im Bundestag.
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Karl Lauterbach dürfte aufgrund seiner zahlreichen Auftritte in den Medien seit Beginn der Corona-Pandemie den meisten Deutschen bekannt sein.

Gesundheitsexperte der SPD

Karl Lauterbach sagt Termine ab - dann erläutert er seinen vorübergehenden Rückzug

  • Astrid Theil
    vonAstrid Theil
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Der omnipräsente SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich vorübergehend zurückgezogen. Den Grund dafür gab er nun selbst über Twitter bekannt.

Berlin - Seit Beginn der Corona-Krise ist der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, omnipräsent. Er kommentiert die Entwicklung der Pandemie und die Corona-Politik der Bundesregierung und gibt in seiner Position als Bundestagsabgeordneter und Epidemiologe Handlungsempfehlungen. Dies tat er in unzähligen Talkshow-Auftritten, in Beiträgen für die unterschiedlichsten deutschen Medien und über seinen persönlichen Twitter-Account.

Umso erstaunlicher ist es, dass Lauterbach diese Woche zwischenzeitlich aus der Öffentlichkeit verschwand. Es gab keine neuen Beiträge auf Twitter oder Facebook, und auch Termine des 58-Jährigen wurden abgesagt. Da er sonst in den Medien sehr häufig auftaucht, wurde natürlich schnell spekuliert, was die Funkstille zu bedeuten hat.

Karl Lauterbach: Auszeit wegen Operation - jetzt meldet er sich über Twitter zu Wort

Nun meldete sich Karl Lauterbach über Twitter selbst zu Wort, um seine Abwesenheit zu erklären. Am Freitag (23.04.) twitterte er: „In eigener Sache: ich habe in den letzten Tagen nicht getwittert und auch Medientermine abgesagt“. Den Grund lieferte er direkt im zweiten Satz: „Bevor spekuliert wird: Musste mich kurzfristig einer Augen-Operation unterziehen. Hoffe auf baldige Genesung. Werde 1 Woche kürzer treten. Trotzdem verfolge ich alles.“

Trotz Operation will er jedoch weiter an den Entwicklungen teilhaben: „Werde gelegentlich auf Twitter weiter kommentieren und hoffe, in gut einer Woche wieder fit zu sein.“ Die Reaktionen über die sozialen Netzwerke auf diese Nachricht waren überwiegend positiv. Zahlreiche Nutzer wünschten dem SPD-Politiker gute Besserung.

Lauterbach kommentiert #allesdichtmachen: „Toleranz muss sein“

Aus dem „gelegentlich“ wurde ein Post noch am selben Tag. Am Freitag kommentierte Lauterbach die Aktion #allesidchtmachen, die bereits für viel Aufsehen und Kritik gesorgt hat. Mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler hatten über ihre Social-Media-Profile Videos veröffentlicht, in welchen sie auf zynische Art und Weise die Corona-Politik der Bundesregierung kritisieren. Die Reaktionen auf diese Aktion waren durchmischt. Scharfe Kritik hat einige Beteiligte bereits dazu gebracht, ihre Videos wieder zu löschen. Andere Personen wie Armin Laschet reagierten gemäßigter und fanden eine Auseinandersetzung sinnvoll.

Karl Lauterbachs Meinung zur Aktion #allesdichtmachen fiel gewohnt klar aus: „Mich haben Aussagen von #allesdichtmachen nicht überzeugt“, schreibt er auf Twitter. „Trotzdem müssen wir alle mit Anschuldigungen und Beleidigungen abrüsten. Die Schauspieler machen auf ihre Probleme aufmerksam. Sie haben ein Anliegen, wie wir Wissenschaftler und Politiker auch. Toleranz muss sein.“

Gesundheitsexperte zeigt sich optimistisch: Lage dürfte sich bald deutlich bessern

Lauterbach nahm die Aktion direkt zum Anlass, um den Menschen erneut Mut zuzusprechen: „Es sind jetzt nur noch wenige Wochen, bis Impfeffekt die 3. Welle bricht. Das schaffen wir auch noch, aber nur gemeinsam.“ Es müsse jetzt so schnell wie nur möglich geimpft und die Verbreitung des Coronavirus unter den noch Ungeimpften reduziert werden. Andernfalls würden die Todeszahlen vor dem bald eintretenden Impferfolg nochmal stark steigen.

Seine Meinung dazu ist eindeutig: „Das will keiner. #allesdichtmachen-Künstler auch nicht. Daher: Jetzt kein Hass. Davon haben wir genug. Ich weiß, wovon ich rede.“ Der Gesundheitsexperte ist bereits seit längerer Zeit das Ziel von Hass und Drohungen, was er öffentlich thematisiert hat. Lauterbach hat zuletzt die „Bundes-Notbremse“ verteidigt und betonte, dass sich die Lage aufgrund der strengen Regeln und der Impferfolge bald deutlich bessern würde. at

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