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„Zucker-Aufstand“ im Minister-Call? Lauterbach bekommt Kontra - angeblich samt Provokation aus Bayern

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Von: Franziska Schwarz

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Affenpocken: Gesundheitsminister Karl Lauterbach beim 126. Deutschen Ärztetag in Bremen im Mai 2022
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ohne Schokoriegel © Chris Emil Janssen/Imago

Das Thema Ernährung polarisiert. Die Länder-Minister lassen das nun offenbar Gesundheitsminister Karl Lauterbach spüren.

Berlin - Karl Lauterbach verzichtet bekanntlich weitgehend auf Salz. Zu ungesund, findet der Gesundheitsminister. Auch in Restaurants bitte er die Kochenden, das Salz möglichst wegzulassen. „Der Salz-Irre von der SPD“ werde er deshalb zuweilen in der Gastronomie genannt, wusste die taz schon 2018 augenzwinkernd in einer Kolumne zu berichten. Jetzt hat er Knatsch wegen Zucker.

Seine Parteigenossin und Hamburger Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard war offenbar genervt, als der SPD-Politiker sie kürzlich wegen des Genusses eines Kitkat-Riegels rügte. Das will die Bild aus einer Video-Vorbesprechung zur Gesundheitsministerkonferenz erfahren haben. Es habe eine „Standpauke“ Lauterbachs wegen des Zuckergehalts gegeben.

Die Retourkutsche folgte anscheinend prompt: Bei der nächsten Videoschalte aßen mehrere Minister „demonstrativ“ Süßigkeiten, etwa Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU), der „sogar“ ein Colaflaschenetikett „in die Kamera“ hielt, wie das Blatt unter Berufung auf Teilnehmer schreibt. Sogar ein „Zeichen von Autoritätsverlust“ für Lauterbach will die Bild erkennen. Eine Anfrage wegen des „Zucker-Aufstands“ habe er zunächst nicht beantwortet. Dafür macht die Geschichte als „#KitKatGate“ auf Twitter die Runde.

Lauterbach und Streitpunkte der Ernährung: Salz, Zucker - und Fleisch

Dabei fällt Lauterbach nach eigenen Angaben auch nicht jeder Verzicht leicht. Zum Beispiel auf Fleisch. Als Kind und junger Mann habe er es sehr gerne gegessen, es sei für ihn ein Genuss gewesen, sagte er bei einer Veranstaltung der Zeit-Verlagsgruppe im Mai.

Aber: „Fleischkonsum in Deutschland ist ja in vielerlei Hinsicht vollkommen unvernünftig, grenzt an den Wahn, wenn man drüber nachdenkt“, meinte der 59-Jährige. „Die Tiere leben in der Regel in Qual, das billige Fleisch ist sonst gar nicht herstellbar.“ Außerdem begünstige die Menge an Fleisch, die hierzulande gegessen werde, zahlreiche Krankheiten.

Schließlich hob Lauterbach noch die Auswirkungen auf das Klima hervor, „also dass wir hier durch die Rinderzucht die CO2- und auch die Methanfreisetzung haben, was viel schlimmer ist, und dann eben noch die schlechte Energiebilanz, die das Ganze hat - es ist einfach in jeder Hinsicht unvernünftig“. (frs mit Material der dpa)

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