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Münchner Tragödie: das Wiesn-Attentat 1980.

Bundesanwaltschaft

Wiesn-Attentat:  Karlsruhe sieht noch keinen Anlass für neue Ermittlungen

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Karlsruhe/München - Die Bundesanwaltschaft sieht weiter keinen Grund, die Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat neu aufzunehmen. Ein Opferanwalt  hatte mit neuen Erkenntnissen einen Antrag darauf gestellt.

Die Bundesanwaltschaft hat noch keine neuen Erkenntnisse gewonnen, die eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat rechtfertigen. Wie berichtet, hatte der Opferanwalt Walter Dietrich vor Wochen einen Antrag darauf gestellt, erneut offiziell Ermittlungen einzuleiten. Er stützt sich auf eine Zeugin des Attentats im Jahre 1980, die sich erst jetzt gemeldet haben soll. Sie will am Tag nach der Tat bei einem Rechtsextremen Flugblätter mit einem Nachruf auf den „Helden“ Gundolf Köhler gesehen haben – obwohl der Name des Attentäters von der Polizei noch nicht bekannt gegeben worden war. Das könnte der These widersprechen, bei Köhler habe es sich um einen Einzeltäter gehandelt – was bis heute das offizielle Ermittlungsergebnis ist. Die zuständige Bundesanwaltschaft in Karlsruhe prüft, ob sie die Ermittlungen wieder aufnehmen soll – wie es etwa die Landtags-Grünen seit Jahren fordern. Bis jetzt aber sieht es nicht danach aus. „Bisher haben sich keine tragfähigen neuen Ermittlungsansätze ergeben“, schreibt Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) in einer Antwort auf eine Bundestagsanfrage der Grünen, die unserer Zeitung vorliegt. „Seien Sie aber gewiss, dass auch weiterhin allen Hinweisen nachgegangen wird und beim Vorliegen neuer Erkenntnisse die Ermittlungen wieder aufgenommen werden.“ So gehe man seit jeher bei allen Hinweisen vor, betonte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft gestern auf Anfrage. Da Mord nicht verjähre, werde neuen Hinweisen grundsätzlich nachgegangen. Im vorliegenden Fall dauerten „die Abklärungen aber noch an“. Bei dem Anschlag am 26.9.1980 war eine Bombe in einem Abfalleimer am Haupteingang der Wiesn detoniert. Der 21-jährige Gundolf Köhler und zwölf weitere Menschen starben. Im Umkreis von 30 Metern wurden 211 Menschen zum Teil schwer verletzt.

Von Felix Müller

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