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Katalonien lässt Ultimatum verstreichen - Am Ende der Sackgasse

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Von: Alexander Weber

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Die Fronten im Streit zwischen Spanien und der Region Katalonien sind verhärtet. Eine politische Sackgasse für alle Beteiligten. Kommentar von Politik-Redakteur Alexander Weber.

Jetzt sind Spanier wie Katalanen am Ende jener politischen Sackgasse angekommen, in die sie alle sehenden Auges über Jahre und Monate hineinmarschiert sind: Als Erstes Separatisten-Chef Puigdemont, der im Parlament von Barcelona eine Unabhängigkeitserklärung forciert hat, die er nun auch in Kraft setzen muss, wenn er seine Glaubwürdigkeit bei den Separatisten nicht verlieren will: Wer den Mund so spitzt, muss auch pfeifen.

Gleiches gilt aber auch für Ministerpräsident Rajoy, der seinem Law-and-Order-Kurs mit zwei Ultimaten an Puigdemont binnen einer Woche jetzt die konsequente Anwendung des Artikels 155 der spanischen Verfassung folgen lassen muss – etwa durch Absetzung der Regierung in Barcelona und/oder Neuwahlen in der Region. Und drittens die – vermutliche – Mehrheit der Bürger Kataloniens, die von einer Trennung von Spanien zwar nichts wissen will, doch zu bequem oder feige war, sich dem aggressiven Kurs der separatistischen Minderheit sichtbar und millionenfach entgegenzustellen.

Auf der Strecke geblieben ist dabei die Vernunft, die in Verhandlungen über mehr regionale Autonomie für Katalonien zum Erfolg hätte führen können. Ob die politische Ratio noch eine letzte Chance bekommt, scheint fraglich. Man kann nur hoffen, dass der jetzt beginnende Schlagabtausch zwischen Madrid und Barcelona nicht zur Brutstätte einer neuen, blutigen Gewaltbewegung im Untergrund wird, wie sie Spanien über Jahrzehnte bereits im Baskenland erlebt und erlitten hat.

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