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ZdK-Präsident Thomas Sternberg.

„Parallelen zum Nationalsozialismus“

Katholiken-Präsident ruft auf, „rechtsradikale AfD“ nicht zu wählen - so reagiert die Partei

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Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, bewertet die AfD als offen rechtsradikal. Er ruft dazu auf, die AfD nicht zu wählen. Lesen Sie seine Argumente.

Update vom 08.09.2018 - 13.58 Uhr:

Der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, wies Sternbergs Äußerungen zurück. „Derartige Zuschreibungen und Vergleiche sind nicht nur hetzerisch, plump und schlicht falsch, sie tragen auch zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft bei und verhindern einen ehrlichen Dialog“, sagte er.

Sternberg sagte mit Blick auf die Proteste nach dem Totschlag von Chemnitz aber auch: „Man sollte nicht so tun, als sei das alles dumpfer Nationalismus.“ So sei zu prüfen, warum sich manche Menschen abgehängt fühlten, dabei sei auch die Sozialpolitik in den Blick zu nehmen. „Ich glaube aber, dass ein demokratischer Staat das in den Griff bekommen kann.“

Der ZdK-Chef sprach sich zugleich gegen eine unbegrenzte Zuwanderung nach Deutschland aus. „Selbstverständlich hat die Zuwanderung in einen Staat wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich bedingte Grenzen. Diese Grenzen auszuloten, gerade auch, um den Schutzbedürftigen den erforderlichen Schutz geben zu können, ist eine gewaltige gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, sagte Sternberg. Er warnte aber davor, Zuwanderung zu dämonisieren und zur alleinigen Ursache aller politischen und gesellschaftlichen Probleme zu stilisieren.

Katholiken-Präsident: „Ich rufe zum übergreifenden Widerstand“

Osnabrück - Manche Deutschen hatten es längst gefordert, dass die katholische Kirche Stellung zur AfD bezieht. Thomas Sternberg, Präsident des ZdK, vertritt rund 23 Millionen Katholiken in Deutschland. Der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ, Samstagsausgabe) hat er jetzt ein Interview gegeben, über das die Anhänger und Gegner der AfD diskutieren werden. Er stuft die AfD als rechtsradikal ein. „Ich rufe zum übergreifenden Widerstand aller freiheitlich-demokratischen Kräfte auf. Es muss unmissverständlich deutlich werden: So etwas geht in diesem Land nicht, so etwas wählen wir nicht, so etwas wollen wir nicht.“

Sternberg sprach von „Parallelen zum Nationalsozialismus“. Parteichef Alexander Gauland „bedient eine rechtsradikale Klientel und führt eine rechtsradikale Partei“, sagte er.

Mit Blick auf die Proteste nach dem Totschlag von Chemnitz sagte der ZdK-Präsident aber auch: „Man sollte nicht so tun, als sei das alles dumpfer Nationalismus.“ So sei zu prüfen, warum sich manche Menschen abgehängt fühlten, dabei sei auch die Sozialpolitik in den Blick zu nehmen. „Ich glaube aber, dass ein demokratischer Staat das in den Griff bekommen kann“, sagte Sternberg.

Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken warnt davor, Zuwanderung zu dämonisieren

Er sprach sich zugleich gegen eine unbegrenzte Zuwanderung nach Deutschland aus. „Selbstverständlich hat die Zuwanderung in einen Staat wirtschaftlich, sozial und gesellschaftlich bedingte Grenzen. Diese Grenzen auszuloten, gerade auch, um den Schutzbedürftigen den erforderlichen Schutz geben zu können, ist eine gewaltige gesamtgesellschaftliche Herausforderung“, sagte der ZdK-Präsident. Er warnte aber davor, Zuwanderung zu dämonisieren und zur alleinigen Ursache aller politischen und gesellschaftlichen Probleme zu stilisieren. Damit kritisierte er indirekt Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der in dieser Woche die Migrationsfrage als „Mutter aller politischen Probleme“ in Deutschland bezeichnete. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) widersprach ihrem Innenminister, auf ihre Art: „Ich sag' das anders“, erklärte Merkel am Donnerstag im RTL-Sommerinterview. Lob bekam Seehofer dafür von der AfD, die nach Meinung von Thomas Sternberg bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen nicht gewählt werden soll. 

Auf die Frage, ob der Verfassungsschutz die AfD überwachen sollte, antwortete Sternberg: „Überwachung ist noch nicht die Lösung. Wie kann es der demokratische Staat verhindern, dass sich die Geschichte wiederholt und den parlamentarischen Aufstieg einer rechtsradikalen Partei verhindern?“

So kommentiert die Evangelische Kirche die Ausschreitungen von Chemnitz und die Diskussion um die AfD

Nach den Attacken und Parolen Rechtsradikaler gegen Ausländer in Chemnitz hatte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, zu Zivilcourage aufgerufen und wiederholt die AfD kritisiert. Chemnitz mit seiner auch von internationalen Studenten besuchten Universität sei eine weltoffene Stadt. „Dass es da jetzt welche gibt, die das kaputt machen wollen, diese Weltoffenheit, dagegen müssen alle aufstehen“, sagte er am Donnerstag im BR-Radiosender Bayern 2. „Da müssen wir alle, egal wo wir sind, egal in welchem Teil Deutschlands wir leben, aufbegehren und klar sagen: So etwas geht nicht.“

Hier gelangen Sie zum ganzen Interview, das Thomas Sternberg vom ZdK der NOZ gegeben hat

sah/dpa

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