Chaos auf der Stammstrecke: Deswegen verspäten sich die S-Bahnen bis zu 40 Minuten

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So sah es in Wegscheid noch vor einigen Tagen aus. Jetzt kommen nur noch wenige Flüchtlinge über die Grenze.

Sammelunterkunft in Wegscheid völlig leer

Kaum neue Flüchtlinge: Atempause an Bayerns Grenzen

München – Der Flüchtlingsstrom reißt ab: Zum ersten Mal seit Wochen sind in Bayern am Freitag deutlich weniger Flüchtlinge angekommen als zuletzt.

Bundespolizei und Kommunalpolitiker berichteten, stundenlang habe kein einziger die vorgesehenen Grenzübergänge in Oberbayern und Niederbayern passiert. Der Passauer Landrat Franz Meyer (CSU) sprach von einer „Verschnaufpause“. Gründe sind offenbar schlechtes Wetter in der Ägäis und schärfere Kontrollen auf der Balkan-Fluchtroute.

Bei Wegscheid sei die Sammelunterkunft auf österreichischer Seite völlig leer gewesen, berichtet ein Vertreter der niederbayerischen Grenzgemeinde. Behörden, Kommunalpolitiker und Rettungsdienste kamen überein, die Bundesstraße 388 zwischen Österreich und Niederbayern wieder freizugeben. Die Strecke war seit Wochen gesperrt gewesen, weil tausende Flüchtlinge dort zu Fuß unterwegs waren.

Wetter hinderte Boote an der Überfahrt

Auch ein Sprecher der Bundespolizei Rosenheim bestätigte das Abreißen des Flüchtlingsstroms. Bis zum Mittag hätten kaum Menschen den Übergang in Freilassing passiert. Dann seien wieder Flüchtlinge gekommen. Der Zuzug dürfte allerdings nur kurzzeitig so niedrig bleiben. Das schlechte Wetter über dem Meer zwischen Türkei und Griechenland habe viele Boote an der Überfahrt gehindert, sagt ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums. In Helferkreisen ist dagegen von einem härteren Durchgreifen der türkischen Polizei die Rede. Zudem weist Mazedonien viele Flüchtlinge, die nicht aus Syrien, Irak oder Afghanistan stammen, ab.

Unterdessen schlagen Innenpolitiker von CDU und CSU vor, alleinreisende, männliche Flüchtlinge quasi zur Abschreckung vorübergehend an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Das sei als Signal an die EU-Partner und an die Migranten notwendig, sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer (CSU).

Till Huber

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