+

Entspannung an der Grenze

Kaum noch Schleuser kommen nach Bayern

München -Weniger Flüchtlinge, weniger Schleuser-Festnahmen, weniger Menschen in U-Haft - nach dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Spätsommer entspannt sich die Lage. Nur eine Zahl steigt noch immer.

Die Last durch festgenommene Schleuser für den Freistaat nimmt nach einem dramatischen Anstieg im Spätsommer nun weiter ab. Die Zahl der verurteilten Schleuser stieg zuletzt zwar deutlich, festgenommen werden seit Monaten allerdings immer weniger Menschen wegen des Schleusens von Ausländern. Bis Ende April hat Bayerns Innenministerium heuer nur noch 50 Fälle versuchter Schleusung an der Grenze zu Österreich gezählt. Im gesamten Vorjahr waren es - inklusive jener Fälle am Münchner Flughafen - knapp 2600 Fälle. Gleichzeitig sinkt auch die Zahl der in Untersuchungshaft sitzenden Schleuser.

Das Ministerium macht dafür die seit September bestehenden Kontrollen an der Grenze zu Österreich sowie die Grenzschließungen in Südosteuropa verantwortlich. Dadurch sinkt auch die Zahl der in Bayern ankommenden Flüchtlinge seit Monaten. Im April zählte das Sozialministerium nur noch exakt 5555 neu ankommende Asylbewerber - im Januar waren es noch knapp 75.000.

Anfang der Woche saßen im Freistaat nur noch 109 Schleuser in U-Haft. Zum Hoch der Flüchtlingskrise Mitte September waren es knapp 800, wie das Justizministerium mitteilte. Die Behörde spricht von einem Rückgang „auf immer noch hohem Niveau“. Gleichzeitig werden immer mehr Schleuser von bayerischen Gerichten verurteilt. Sind Mitte 2015 nur 24 Schleuser in Haft gewesen, waren es Anfang 2016 schon 119 und Anfang der Woche 202.

Mit diesen Verfahren haben Staatsanwaltschaften und Gerichte im Freistaat alle Hände voll zu tun - allerdings etwas weniger, als noch im Herbst erwartet. Fast 3600 Ermittlungsverfahren wurden 2015 eingeleitet - im Herbst hatten die Fachleute des Ministeriums kalkuliert, es könnten gut 5500 Fälle auflaufen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nach Angriff von Türkei auf Syrien: Bundesregierung fordert sofortigen Stopp
Seit sieben Jahren tobt in Syrien ein blutiger Bürgerkrieg. Ein Ende ist nicht abzusehen. Kommt es jetzt auch noch zu einem bewaffneten Konflikt zwischen der Türkei und …
Nach Angriff von Türkei auf Syrien: Bundesregierung fordert sofortigen Stopp
„Sternstunde der Demokratei“: Nahles ruft SPD-Mitglieder zu Teilnahme an Votum auf
Die SPD-Mitgliederbefragung über den Koalitionsvertrag ist am Dienstag offiziell angelaufen. Die designierte Parteichefin Andrea Nahles rief in Berlin dazu auf, sich an …
„Sternstunde der Demokratei“: Nahles ruft SPD-Mitglieder zu Teilnahme an Votum auf
Polens Opposition will umstrittenes Holocaust-Gesetz doch noch kurzfristig ändern
Kurz vor dem Inkrafttreten des Holocaust-Gesetzes will die polnische Opposition im Parlament eine Änderung von besonders umstrittenen Passagen beantragen.
Polens Opposition will umstrittenes Holocaust-Gesetz doch noch kurzfristig ändern
SPD geht mit Staranwalt gegen diese „Bild“-Schlagzeile vor
Sind die SPD-Mitglieder mehrheitlich für oder gegen die GroKo unter Merkel? An diesem Dienstag startete das Mitgliedervotum. 
SPD geht mit Staranwalt gegen diese „Bild“-Schlagzeile vor

Kommentare