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Zu wenig Basisausrüstung wie Zelte bei der Bundeswehr? Davon will das Ministerium von Ministerin Ursula von der Leyen nichts wissen.

Bericht der Rheinischen Post

Kaum Schutzwesten und Zelte? Das ist der Stand in der Bundeswehr

Berichte über technische Missstände bei der Bundeswehr sind keine Seltenheit. Tun sich etwa auch Versorgungslücken bereits bei der Basisausrüstung auf? Ein Sprecher äußert sich.

Berlin - Neben Problemen bei Panzern und Hubschraubern fehlt es der Bundeswehr offenbar auch an ausreichend Schutzwesten, Winterbekleidung und Zelten für ihren Einsatz bei der schnellen Eingreiftruppe der Nato. Dies berichtet die Rheinische Post  unter Berufung auf ein ihr vorliegendes Papier aus dem Bundesverteidigungsministerium.

Im Bereich der beweglichen Unterbringung im Einsatz weise das Heer bis mindenstens 2021 eine "Fähigkeitslücke" auf, zitierte die Zeitung aus einem internen Bericht des Heereskommandos. Für den Zeitraum 2018 bis 2020 sei für den Einsatz im Rahmen der Nato-Speerspitze VJTF ein Bedarf von mehr als 10.000 "Unterbringungseinheiten" gefordert, es stünden aber nur 2500 zur Verfügung, die zudem für diesen Zweck gar nicht geeignet seien. Auch im Bereich der Schutzwesten und Winterbekleidung gebe es eine "Ausstattungslücke".

Was sagt das Bundesverteidigungsministerium? Ausrüstungsmängel bei der Bundeswehr gefährden angeblich nicht die Einsatzbereitschaft der Truppe! Die Bundeswehr befinde sich bis Mitte des Jahres in einem „beschleunigten Beschaffungs- und Umverteilungsverfahren“ für den Einsatz der Bundeswehr 2019 bei der schnellen Eingreiftruppe der Nato, sagte der Sprecher von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU), Jens Flosdorff.

Sinn dieser Phase sei es, minutiös durchzugehen, ob genug Personal und Ausrüstung für die Aufgabe 2019 vorhanden sei und was noch gebraucht werde. Es handle sich um ein übliches Vorgehen zu Inventurmeldungen und Antragsunterlagen. „Das heißt nicht, dass die benötigte Ausrüstung grundsätzlich nicht mehr in der Bundeswehr verfügbar ist oder in dem gebotenen Zeitraum beschaffbar ist“, sagte Flosdorff. „Wir haben keinen Anlass zur Sorge, dass Deutschland seine Verpflichtungen in der Nato nicht erfüllen kann.“

A400M-Lieferungen an Bundeswehr verzögert sich um weitere Jahre

Bundeswehr inzwischen in einen erbärmlichen Zustand gespart?

Zuvor reagierten Abgeordnete des Bundestages empört: Derartige Versorgungslücken, zumal bei wichtigen Nato-Vorhaben, könnten nicht akzeptiert werden, sagte SPD-Verteidigungsexperte Fritz Felgentreu. Auch Florian Hahn (CSU) verlangte, die Materiallücken zu schließen, wie es im Koalitionsvertrag festgeschrieben sei.

Von einem Skandal gegenüber den Soldaten und einem beschämenden Vorgang gegenüber den Bündnispartnern sprach FDP-Verteidigungsexpertin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. "Dass selbst die Basisausrüstung wie Schutzwesten und Winterbekleidung fehlt, zeigt, in welchem erbärmlichen Zustand die Bundeswehr inzwischen runtergespart wurde", erklärte die FDP-Politikerin. Die FDP werde deshalb in der nächsten Sitzung des Verteidigungsausschusses einen Unterausschuss beantragen.

Die "Welt" hatte bereits in der vergangenen Woche von Problemen des Heeres berichtet, seine Zusagen an die Nato zu erfüllen. So fehle es an einsatzbereiten Kampfpanzern für die schnelle Eingreiftruppe (VJTF) sowie an Schützenpanzern, Nachtsichtgeräten und Granatmaschinenwaffen.

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums hatte daraufhin eingeräumt, die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr sei "generell nicht zufriedenstellend". Entscheidend sei jedoch, dass alle Einsätze erfüllt werden könnten. Unionspolitiker forderten als Reaktion nach mehr Geld, der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes schlug ironisch die Auflösung der Truppe vor.

AFP/dpa/PF

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