Live-Ticker: Petry sorgt für Eklat auf AfD-Pressekonferenz

Live-Ticker: Petry sorgt für Eklat auf AfD-Pressekonferenz
+
Bundespräsident Joachim Gauck vor Schloss Bellevue in Berlin. Foto: Wolfgang Kumm

Kein Ende der Debatte über Gauck-Äußerungen

Berlin (dpa) - Politiker von SPD, Grünen und Linkspartei sind verärgert, dass Gauck offene Zweifel an der demokratischen Gesinnung der Linken geäußert hat. Unterstützung erhält das Staatsoberhaupt jedoch nicht nur aus der Union.

Bundespräsident Joachim Gauck bekommt nach seiner Kritik an der Linkspartei bekommt Gauck weitere Rückendeckung von prominenter Seite. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, lobte die Offenheit des Staatsoberhauptes.

"Ein Bundespräsident hat zwar ein Amt, aber er ist auch ein Mensch", sagte Schneider der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Das Amt werde fade und langweilig, wenn der Mensch nicht mehr erkennbar sei. "Seien wir froh, dass wir einen meinungsfreudigen Bundespräsidenten haben."

Gauck hatte sich mit Blick auf die mögliche Wahl des Linke-Politikers Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten in Thüringen skeptisch gezeigt, ob sich die Linke weit genug von der Linie der SED und ihrer Unterdrückungspolitik in der DDR entfernt habe. Politiker von SPD, Grünen und Linken kritisierten daraufhin, Gauck habe sich in die Tagespolitik eingemischt, obwohl er als Bundespräsident unparteiisch sein sollte. Zuspruch kam dagegen vor allem aus der Union.

Unterstützung erhielt Gauck nun auch vom Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn. Der Bundespräsident nehme mit seinen Aussagen "die Opfer des SED-Unrechts ernst", sagte Jahn der "Thüringer Allgemeinen". Gauck habe darauf hingewiesen, dass Menschen Probleme hätten, Vertrauen zur Linkspartei und ihrem Umgang mit ihrer Vergangenheit zu entwickeln. "Warum sollte Joachim Gauck nicht auch in dieser Funktion zur Aufarbeitung der SED-Diktatur beitragen können?"

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer übte hingegen scharfe Kritik an Gauck. "Er hat die Grenzen seines Amtes überschritten. Das hätte er gegenüber Freunden äußern können, aber nicht als Bundespräsident", sagte der Theologe der "Passauer Neuen Presse". "Er schürt hier diffuse Ängste, die Kommunisten könnten wiederkommen. Es hätte nur noch gefehlt, dass er gesagt hätte, der Russe kommt bald wieder."

Gauck-Interview im Wortlaut

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Live-Ticker: Petry sorgt für Eklat auf AfD-Pressekonferenz
Zäsur in der deutschen Politik: Mit der AfD zieht wieder eine Partei rechts der Union in den Bundestag ein. Die SPD stürzt völlig ab. Und Merkel bleibt Kanzlerin - doch …
Live-Ticker: Petry sorgt für Eklat auf AfD-Pressekonferenz
Schlappe für CSU - Politologe: Eine glückliche Fügung müsste Seehofer retten
Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die CSU muss sich nach dem Fiasko bei der Bundestagswahl für zwei Herausforderungen sammeln: die Koalitionsverhandlungen und die …
Schlappe für CSU - Politologe: Eine glückliche Fügung müsste Seehofer retten
Frauke Petry von der AfD: Schmeißt sie jetzt hin?
Frauke Petry ist zwar noch Parteivorsitzende der AfD, doch sie ging auf Distanz zu ihren Spitzenkandidaten. Wie geht es für sie nach der Wahl weiter? Der AfD-Fraktion im …
Frauke Petry von der AfD: Schmeißt sie jetzt hin?
CSU stürzt dramatisch ab
Für die CSU und Horst Seehofer ist es ein Fiasko: Ein Jahr vor der Landtagswahl stürzen die Christsozialen bei der Bundestagswahl dramatisch ab. Auch die SPD erlebt ein …
CSU stürzt dramatisch ab

Kommentare