+
Asylbewerber aus dem Kosovo: Bund und Länder wollen verhindern, dass Menschen nur wegen einer Eingliederungshilfe nach Deutschland kommen. Foto: Felix Kästle

Kein Geld mehr für freiwillige Rückkehr ins Kosovo

Stuttgart (dpa) - Flüchtlinge aus dem Kosovo bekommen von deutschen Behörden kein Geld mehr als Anreiz für die freiwillige Rückkehr in ihre Heimat.

Die bisher gezahlte Reisebeihilfe von 200 Euro pro Person sowie die Starthilfe von 400 Euro beziehungsweise 750 Euro pro Person sei mit Jahresbeginn ausgesetzt worden, teilte das Bundesamt für Migration und Zusammenarbeit mit.

Bund und Länder wollten damit verhindern, dass Menschen nur wegen dieser Eingliederungshilfe nach Deutschland kämen, sagte der baden-württembergische Europaminister Peter Friedrich (SPD) den "Stuttgarter Nachrichten" (Samstag). Die Behörden übernähmen nur noch die Reisekosten für eine dauerhafte Rückkehr.

Die Hilfe für einen Neustart im Kosovo betrug bisher 400 Euro für jeden Erwachsenen. Für Angehörige der serbischen und der Roma-Minderheit waren es 750 Euro. Nach einer starken Zunahme zu Beginn des Jahres sind in den vergangenen Tagen wieder weniger Asylbewerber vom westlichen Balkan nach Deutschland gekommen.

Der Stuttgarter Pfarrer Werner Baumgarten kritisierte die Entscheidung. "Die Menschen stehen oft vor dem Nichts, wenn sie wieder in den Kosovo zurückkehren", sagte der Geistliche der Zeitung. "Wir müssen Brücken bauen, dass die Menschen ohne Gesichtsverlust wieder heimkehren können."

Mitteilung Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trumps denkwürdiger Auftritt hinterlässt ein aufgebrachtes Land
Geplant war nur ein Statement zur Infrastruktur im Trump-Tower. Dann aber kamen Fragen zur Gewalt von Charlottesville. Der denkwürdige Auftritt von Donald Trump …
Trumps denkwürdiger Auftritt hinterlässt ein aufgebrachtes Land
Polizei setzte sich bei G20-Einsatz über Verbot hinweg
Die Polizei überschritt bei den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg offenbar ihre Kompetenzen. Besonders über ein Verbot setzten sich die Sicherheitskräfte hinweg.
Polizei setzte sich bei G20-Einsatz über Verbot hinweg
Trump zieht Notbremse und löst zwei Beraterkreise auf
Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump löst nach harscher Kritik an seiner Haltung zur Gewalt in Charlottesville kurzerhand zwei Beraterkreise im Weißen Haus auf. …
Trump zieht Notbremse und löst zwei Beraterkreise auf
Kommentar: SPD in der Putin-Falle
„Privatsache“ sei  der neue Öl-Job für Ex-Kanzler Gerhard Schröder beim russischen Staatskonzern Rosneft, behauptet SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Ein schwerer …
Kommentar: SPD in der Putin-Falle

Kommentare