+
Haaaallo? Nein, keine Wiederholung. Das TV-Duell, hier Horst Seehofer 2013 gegen Christian Ude, fällt heuer wohl aus.

Es scheitert nicht am Redebedarf

Kein Schlagabtausch vor der Wahl: BR legt TV-Duell auf Eis - der Grund ist kurios

  • schließen

Fans packender Rededuelle müssen auf ein Schmankerl vor der Landtagswahl in Bayern wohl verzichten. Der BR hat Pläne für ein TV-Duell zunächst auf Eis gelegt.

München - Man kann nicht sagen, dass Bayerns Straßen leer gefegt waren am Abend des 4. September 2013. Aber bis zu 1,3 Millionen Menschen sammelten sich doch vor den Fernsehern, um das TV-Duell Seehofer-Ude zu verfolgen. Für Landespolitik ist das eine echt starke Quote. Nun, fünf Jahre später, steht wieder eine Landtagswahl an. Auf den Quoten-Hit wird der Bayerische Rundfunk diesmal aber verzichten.

Nach monatelangen internen Beratungen legen die Sender-Verantwortlichen ihre Duell-Ideen auf Eis. Kurioser Grund: Es fehlt der zweite Duellant. SPD, Grüne, AfD sind in Umfragen so nah beieinander, dass kein klarer zweitplatzierter Gegenkandidat für Markus Söder (CSU) ersichtlich ist. Natascha Kohnen (SPD) liegt derzeit hinter den Grünen, für die Katharina Schulze ins Duell hätte gehen können, aber mit 33 zu jung ist, um Ministerpräsidentin zu werden. Die AfD hat gar keinen nominellen Spitzenkandidaten.

Eskalationsbereitschaft wäre wohl hoch gewesen

Man darf sich die Debatte als Politikum vorstellen, mit hoher Eskalationsbereitschaft der Politik. Söder hätte sich nicht mit jedem Gegner duelliert. Die Grünen hätten auch kein Duell CSU-SPD geduldet, falls sie wie in zumindest einer Umfrage weiterhin mit 17 Prozent auf Platz zwei liegen. Stirnrunzeln allerorten.

Der BR arbeitet nun mit mehreren Formaten. Eine große Runde mit allen Parteien, die an oder über der Fünf-Prozent-Hürde liegen, ist für 12. September geplant. Vermutlich sind das CSU, SPD, Grüne, Freie Wähler, FDP, AfD; statt Söder kommt Fraktionschef Thomas Kreuzer. 

Söder kommt nach Bad Aibling

Außerdem gibt es einzelne „Wahlarena“-Auftritte für die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien. Der Grüne Ludwig Hartmann diskutiert am 2. Oktober live mit 100 Bürgern in Straubing, Hubert Aiwanger (FW) am 3. Oktober in Fürth, Natascha Kohnen am 9. in Augsburg, Söder am 10. in Bad Aibling; jeweils eine Stunde ab 20.15 Uhr zur besten Sendezeit.

Zudem gibt es Drehs mit FDP, AfD, Linken und allen „Kleinen“, um auch den noch außerparlamentarischen Parteien ein Forum zu bieten. Das klingt kompliziert, führt aber bisher dazu, dass sich keiner beschwert.

Schade ums Duell? Eine BR-Sprecherin betont, Mitte September komme eine neue große Umfrage, dann werde man noch mal die Duell-Frage abwägen.

Lesen Sie auch: Anne Will beendet Sommerpause - darum will die Polit-Talkerin jetzt „abrüsten“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Brexit: Kampf um May-Nachfolge parteiintern wohl entbrannt - ersetzt sie der Umweltminister?
Eine Lösung beim Brexit scheint derzeit nicht in Sicht. Parteiintern soll der Kampf um Mays Nachfolge entbrannt sein. Alle News im Live-Ticker.
Brexit: Kampf um May-Nachfolge parteiintern wohl entbrannt - ersetzt sie der Umweltminister?
Deutschland setzt Beteiligung an Sophia-Mission aus
Schleuserbekämpfung im Mittelmeer ist der Auftrag, doch in der Praxis wurden vor allem Bootsflüchtlinge gerettet. Die Marine setzt die Beteiligung an dem EU-Einsatz …
Deutschland setzt Beteiligung an Sophia-Mission aus
Weißrussisches Escort-Girl auf freiem Fuß: Wie viel weiß sie über Russlands Wahlmanipulation für Trump?
Anastassija Waschukjewitsch ist auf freiem Fuß - sie will Beweise für eine russische Wahlmanipulation bei der Trump-Wahl haben. Alle News aus dem Weißen Haus im Ticker.
Weißrussisches Escort-Girl auf freiem Fuß: Wie viel weiß sie über Russlands Wahlmanipulation für Trump?
„Gelbwesten“-Proteste: Französiche Regierung hält an harter Linie fest
Nach der Eskalation der „Gelbwesten“-Proteste räumt die Regierung Fehler ein - will aber weiter hart gegen die Demonstranten vorgehen. News-Ticker.
„Gelbwesten“-Proteste: Französiche Regierung hält an harter Linie fest

Kommentare