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Gen-Vergleiche kamen zum Ergebnis: Es gibt keine Übereinstimmung, die Frau ist definitiv nicht die gesuchte Clara Anahí. Foto: Carlos Cermele

Kein Weihnachtswunder: Argentinische Oma sucht weiter Enkelin

Die Militärdiktatur in Argentinien wirft auch nach Jahrzehnten noch Schatten: Die "Großmütter der Plaza de Mayo" suchen weiter nach ihren verschleppten Enkeln. Zu Weihnachten kam bei einer von ihnen Hoffnung auf, die Enkelin gefunden zu haben - vergeblich.

Buenos Aires (dpa) - Zu Weihnachten hat eine Gründerin der bekannten argentinischen Menschenrechtsgruppe "Großmütter der Plaza de Mayo" ein bitteres Wechselbad der Gefühle erlebt.

An Heiligabend stellte sich bei María Isabel Chorobik de Mariani (92) eine Frau als ihre vor 39 Jahren während der Militärdiktatur verschwundene Enkelin vor. Als Beweis legte sie einen DNA-Test eines privaten Labors in Córdoba vor. Doch zwei amtliche Gen-Vergleiche kamen schließlich zum Ergebnis: Es gibt keine Übereinstimmung, die Frau ist definitiv nicht die gesuchte Clara Anahí. Präsident Mauricio Macri hatte da bereits gratuliert und von einem "Triumph auf der Suche nach der Wahrheit" gesprochen.

In einer Pressekonferenz sprach Marianis Biograf Juan Martín Ramos Padilla am Samstag von einem "Kommunikationsfehler". Mariani sei "sehr traurig und verletzt", berichtete er der Zeitung "Clarín" zufolge. "Wir sind in Sorge um ihre Gesundheit." Viele Dinge lägen noch im Dunkeln - so muss geklärt werden, wie der wohl falsche DNA-Test entstanden ist, und warum die Frau glaubte, Clari Anahí zu sein.

Die Enkelin war 1976 im Alter von drei Monaten verschwunden, die Eltern wurden ermordet. Tausende Menschen, die als links oder subversiv galten, wurden während der Militärdiktatur (1976 bis 1983) ermordet. Die Großmütter der Plaza de Mayo, die sich nach dem Platz des Regierungssitzes in Buenos Aires benannt haben, suchen noch 400 verschwundene Kinder. Bisher wurden 119 gefunden, ob Anahí noch lebt, ist weiter unklar.

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