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Kevin Kühnert spricht über die GroKo.

TV-Talk nicht nur über GroKo

Lanz lenkt Gespräch auf Kühnerts sexuelle Orientierung - der reagiert deutlich

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Juso-Chef Kevin Kühnert war am Dienstag bei Markus Lanz zu Gast. Der lenkte das Gespräch aber nicht nur Richtung GroKo, sondern auch auf dessen sexuelle Orientierung.

Hamburg - Als erbitterter Gegner der neuen Großen Koalition ist der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert quasi über Nacht bekannt geworden. Der 28-Jährige will auch künftig aufgrund seines politischen Engagements wahrgenommen werden und nicht wegen seiner Homosexualität.

In der ZDF-TalkshowMarkus Lanz lenkte Moderator Lanz das Gespräch dennoch auf Kühnerts sexuelle Orientierung. In einem Interview mit dem Magazin Siegessäule hatte sich der Juso-Chef offen zu seiner Homosexualität geäußert. „Ist es noch Thema für einen Spitzenpolitiker, dass seine sexuelle Ausrichtung irgendwann mal thematisiert werden muss?“, fragte Lanz. „Offensichtlich ist es ein Thema, sonst würden wir gerade nicht drüber sprechen“, antwortete Kühnert und brachte den erfahrenen Moderator damit ein wenig aus dem Konzept. 

Dass Homosexualität künftig eben kein Thema mehr ist, da nahm sich Kühnert selbst in die Pflicht. Und wird deutlich: „Eines ist ganz klar: Wir sind leider immer noch in einer Zeit, in der jüngere Menschen, die sich auch in der Outingphase befinden, dringend darauf angewiesen sind, dass es Menschen gibt, die in der Öffentlichkeit stehen und die einem signalisieren: ‚Das ist in Ordnung‘.“ Er sei „verdammt noch mal in der Verantwortung“, darüber zu sprechen. 

Kühnert nach Ja zur GroKo enttäuscht

Ebenfalls in der Talkrunde saß neben Kühnert der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Karl Lauterbach. Ein großer Befürworter der neuen GroKo mit der CDU/CSU. Ob Kühnert die Abstimmung als größte Niederlage seines bisherigen politischen Lebens empfinde, wollte Lanz wissen. 

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Der Juso-Vorsitzende gab zu, dass er enttäuscht gewesen sei und auch immer noch ist. Dennoch sieht er in seiner - gescheiterten - Kampagne der vergangenen Monate auch etwas Gutes. „Wir haben eine Debatte ausgelöst, die überfällig war, nicht nur in der SPD, sondern in der gesamten Gesellschaft, die politisch weggedöst war in den letzten Jahren. Insofern ist nicht nichts passiert.“ Es gehe darum, sich für die Zukunft aufzustellen.

In diesem Punkt stimmte Lauterbach dem Juso-Chef zu, Uneinigkeit herrschte allerdings darüber, ob die Große Koalition eine kurz- oder langfristige Lösung sei. „Auf der Kurzfrist-Perspektive schlägt die Koalition immer die Variante der Opposition“, ist sich Kühnert sicher. Lauterbach widerspricht: „Das unterstellt, dass es uns nur um die Kurzfrist-Perspektive geht. Das war aber nicht so. Wir unterscheiden uns darin, was besser für die Langfrist-Perspektive ist. Ich glaube, dass wir langfristig massiv verloren hätten, wenn wir hier ausgestiegen wären.“

Kühnert: Geht um Erneuerung

Bei der Vergabe der neuen Ministerposten der SPD in der GroKo hielt sich Karl Lauterbach zurück und nannte keine Namen. Dass Sigmar Gabriel wohl nicht länger Außenminister bleibt, ließ er aber durchblicken. Eine Entscheidung, die Kühnert begrüßt. „Wenn wir sagen, wir erneuern uns, dann soll das auch am Personal sichtbar werden. Dann muss da auch ein neuer Stil einziehen.“ 

ses

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