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Novum im Ukraine-Krieg: Russland setzt Hyperschallrakete ein - Bahnarbeiter aus Belarus als „Helden“ gefeiert

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Von: Marcus Giebel, Kathrin Reikowski, Cindy Boden, Christina Denk, Anna-Katharina Ahnefeld

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Die Angriffe im Ukraine-Krieg gehen weiter. Die UN veröffentlicht neue Opferzahlen der Zivilbevölkerung. Russland verschärft das Bombardement im Süden der Ukraine. News-Ticker.

Update vom 20. März, 7.59 Uhr: Beim Beschuss eines mehrstöckigen Wohnhauses in Charkiw im Osten der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden - darunter ein neun Jahre alter Junge. Das Gebäude in der Nähe eines Industriegebiets sei in der Nacht zum Sonntag beschossen worden und in Brand geraten, teilte die Polizei mit. Sie veröffentlichte ein Foto von dem Haus, auf dem zu sehen war, wie Rauch aus mehreren Etagen drang. Fensterscheiben wurden zerstört. Den Behörden der Stadt zufolge sind seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vor mehr als drei Wochen allein in Charkiw 266 Zivilisten getötet worden.

Krieg in der Ukraine: Explosion in Mariupol

Update vom 20. März. 7.30 Uhr: Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vor über drei Wochen sind bei Kämpfen um die Stadt Charkiw nach Angaben lokaler Behörden 266 Zivilisten getötet worden. Darunter seien 14 Kinder, teilten die Justizbehörden der zweitgrößten Stadt des Landes am Samstagabend mit. Die von russischen Truppen belagerte Stadt, in der vor Kriegsbeginn 1,5 Millionen Menschen lebten, werde weiterhin mit Artillerie beschossen, berichtete die Agentur Unian. Dabei seien am Samstagabend mehrere Wohnhäuser getroffen worden und in Brand geraten. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

In Mariupol wurde nach ukrainischen Angaben eine große Stahlfabrik schwer beschädigt. Die Abgeordnete Lesja Wasilenko veröffentlichte am Sonntag ein Video, das ihr zufolge eine Explosion im Werk der Asowstal-Gruppe zeigt und warnte vor schweren Umweltschäden. Ihr Kollege Serhij Taruta schrieb auf Facebook, die russischen Streitkräfte „haben die Fabrik praktisch zerstört“. Der Generaldirektor von Asowstal, Enver Zkitischwili erklärte, es seien im Voraus Maßnahmen ergriffen worden, um die Umweltschäden im Falle eines Angriffs zu verringern.

Ukraine-Krieg: Belarussische Bahnarbeiter stoppen Verbindung zur Ukraine

Update vom 20. März, 6.15 Uhr: Belarussische Bahnarbeiter haben offenkundig alle Schienenverbindungen zwischen Belarus und der Ukraine unterbrochen. Der Vorsitzende der ukrainischen Eisenbahnen, Olexander Kamyschin, dankte am Samstag den Kollegen in Belarus für die nicht näher beschriebene Aktion. „Mit dem heutigen Tag kann ich sagen, dass es keinen Bahnverkehr zwischen Belarus und der Ukraine gibt“, wurde er von der Agentur Unian zitiert. Dies würde bedeuten, dass die russischen Truppen in der Ukraine über diese Strecken weder Verstärkungen noch Nachschub erhalten.

Auch ein Berater der belarussischen Oppositions-Ikone Swetlana Tichanowskaja hatte über Twitter von der angeblichen Aktion berichtet. „Helden! Belarussische Bahnarbeiter haben die Bahnverbindung mit der Ukraine unterbrochen, sodass Züge mit russischer Ausrüstung nicht in die Ukraine fahren können“, schrieb Franak Viatschorka. Dies sei die bisher größte Anti-Kriegs-Aktion bei den Bahnen. Die angebliche Aktion konnte aus unabhängigen Quellen nicht bestätigt werden.

Ukraine-Krieg: Evakuierung tausender Zivilisten - auch aus Mariupol

Update vom 19. März, 22.30 Uhr: Kiew und Moskau haben jeweils die Evakuierung Tausender weiterer Zivilisten aus besonders umkämpften Gebieten in der Ukraine gemeldet. Aus der belagerten Hafenstadt Mariupol seien am Samstag mehr als 4100 Menschen geflohen, schrieb der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Kyrylo Tymoschenko, auf Telegram. Knapp 2500 weitere Zivilisten seien aus den Regionen Kiew und Luhansk über sogenannte Fluchtkorridore in Sicherheit gebracht worden.

Die russische Seite berichtete am Abend über die Evakuierung von knapp 16 400 Menschen aus den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk und anderen Teilen der Ukraine nach Russland.

Nach UN-Angaben sind seit Beginn des russischen Angriffs mehr als 3,1 Millionen Menschen aus der Ukraine ins Ausland geflohen. Allein in Polen kamen bisher rund zwei Millionen Menschen an.

Ukraine-Krieg: UN meldet mindestens 847 zivile Opfer in der Ukraine seit Beginn der Angriffe

Update vom 19. März, 19.35 Uhr: Die Lage im Ukraine-Krieg spitzt sich für die Zivilbevölkerung weiter zu. Die EU-Kommission warnt vor einer Hungersnot (siehe Update vom 19. März, 7.45 Uhr). Die UN melden zudem zahlreiche zivile Opfer. Bis zum 18. März, 24 Uhr, seien 847 Menschen getötet und 1399 weitere Zivilisten verletzt worden. Die meisten Menschen seien durch Artilleriefeuer und Mehrfachraketensysteme sowie Raketen- und Luftangriffe umgekommen.

Das UN Human Rights-Büro schätzt die Dunkelziffer noch deutlich höher ein. Vor allem in den letzten Tagen hätten Informationen aus umkämpften Gebieten nicht überprüft werden können. Die Berichte, die noch auf ihre Bestätigung warten, seien nicht in der Statistik aufgeführt. Zu den Regionen zählt unter anderem Mariupol und Gebiete in Donezk und Luhansk.

Ukraine-Krieg: Ukraine hatte Meereszugang in Mariupol „vorübergehend“ verloren

Auch die von russischen Truppen belagerte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer war weiter umkämpft. Von ukrainischer Seite hieß es am Samstag, sie habe „vorübergehend“ den Zugang zum Asowschen Meer verloren. Die russische Armee hatte am Freitag erklärt, sie sei in die strategisch wichtige Stadt eingedrungen und kämpfe dort an der Seite von Truppen aus dem Separatistengebiet im ostukrainischen Donezk.

Ein Berater des ukrainischen Innenministeriums beschrieb die Lage in Mariupol als „katastrophal“. Am Rande der Stadt gebe es Kämpfe um das Stahlwerk Asowstal, sagte der Berater Wadym Denysenko. „Eines der größten Stahlwerke Europas wird im Moment zu einer Ruine“, sagte er.

Ukraine-Krieg: Dutzende Tote bei Luftangriff auf Kaserne

Update vom 19. März, 13.40 Uhr: Dutzende Menschen sind offenbar einem russischen Luftangriff auf eine Militärkaserne im südukrainischen Mykolajiw zum Opfer gefallen. Das geht aus Augenzeugenberichten hervor. „Nicht weniger als 200 Soldaten schliefen in den Baracken“, sagte der 22-jährige Soldat Maxim am Tag nach dem Raketenangriff vom Freitag: „Mindestens 50 Leichen wurden aus den Trümmern gezogen, aber wir wissen nicht, wie viele dort noch liegen.“ Die Rettungsarbeiten dauern noch immer an.

Von einem weiteren Soldaten vor Ort hieß es, der Angriff könnte 100 Menschen getötet haben. „Wir zählen weiter, aber angesichts des Zustands der Leichen ist es fast unmöglich, die Zahl festzustellen“, sagte einer der Rettungskräfte.

Die Russen „führten feige Raketenangriffe auf schlafende Soldaten durch“, schimpfte der Regionalgouverneur von Mykolajiw, Vitali Kim, zuvor in einem auf Facebook veröffentlichten Video. Er warte auf Informationen über Verluste der ukrainischen Streitkräfte.

Der Bürgermeister von Mykolajiw, Oleksij Senkewjtsch, sagte ukrainischen Medien, dass die Stadt, die vor dem Krieg fast eine halbe Million Einwohner zählte, aus der benachbarten, von Russland kontrollierten Region Cherson bombardiert worden sei. „Die Bombardierung geschieht zu schnell, um sie zu erfassen und das Alarm-System in Gang zu setzen“, sagte er.

Russland im Ukraine-Krieg: Hyperschallrakete eingesetzt

Update vom 19. März, 9.05 Uhr: Nach Angaben der Regierung in Moskau hat das Militär für seine Angriffe im Westen der Ukraine Hyperschallraketen eingesetzt. Dort sei am Vortag mit dem Raketensystem Kinschal ein unterirdisches Waffenlager zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Das Lager mit Raketen und Munition habe sich im Dorf Deljatyn befunden. Die sehr gut zu steuernden Kinschal-Raketen können nach russischen Angaben alle Luftabwehrsysteme umgehen. Ihr Einsatz war nach Angaben der staatlichen Agentur Ria Novosti ein Novum im Ukraine-Konflikt.

Update vom 19. März 7.45 Uhr: Angesichts der anhaltenden Kämpfe in der Ukraine warnt die EU-Kommission vor einer Hungersnot in dem Land. „Die Menschen in den belagerten Städten sind apokalyptischen Zuständen ausgesetzt - keine Nahrung, kein Wasser, keine medizinische Versorgung und kein Ausweg“, sagte der zuständige EU-Kommissar Janez Lenarcic für humanitäre Hilfe und Krisenschutz der Welt am Sonntag. Die humanitäre Krise in der Ukraine sei heute schon kritisch, sie könne aber noch schlimmer werden. „Diese rücksichtslose Invasion hat vor mehr als drei Wochen begonnen, aber wir beginnen bereits zu sehen, dass eine Hungersnot entsteht.“

Update vom 18. März, 19.32 Uhr: Gute Nachrichten im Ukraine-Krieg: Bei dem Angriff auf das Theater in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol hat es nach Angaben der Stadtverwaltung offenbar keine Todesopfer gegeben. Das Theater war als Schutzraum genutzt worden. Laut Präsident Selenskyj waren am Freitag immer noch Hunderte Menschen unter den Trümmern eingeschlossen. Aber, es gebe keine Toten, erklärte die Stadtverwaltung am Freitag im Internetdienst Telegram.

Nach ersten Informationen sei nur ein Mensch schwer verletzt worden. Wegen Russlands Belagerung von Mariupol lassen sich die Angaben nicht unabhängig überprüfen. International löste der Beschuss des Theaters große Empörung aus. Auch China, das Russlands Krieg gegen die Ukraine bislang nicht verurteilte, wandte sich gegen den Beschuss.

Ukraine-Krieg: Russland macht nach Angaben aus Kiew am Freitag keine Geländegewinne

Update vom 18. März, 16.59 Uhr: Nach Darstellung der Ukraine hat die russische Armee heute keine Geländegewinne erzielt. Ukrainische Truppen hätten sie daran gehindert, sagt Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar im Fernsehen, wie tagesschau.de berichtet. Die russischen Einheiten kämpften mit logistischen Schwierigkeiten bei Treibstoff und Lebensmitteln sowie Kommunikationsproblemen. Die Angaben lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen.

Update vom 18. März, 16.02 Uhr: Seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine spielen Kernkraftwerke immer wieder eine Rolle. Wir zeigen, wo ukrainische AKWs liegen und warum sie im Krieg relevant sind.

Ukraine-Krieg: Selenskyj - Hunderte Menschen unter den Trümmern in Mariupol eingeschlossen

Update vom 18. März, 15.32 Uhr: Zwei Tage nach der Bombardierung eines Theaters in der südukrainischen Stadt Mariupol sind dort laut Präsident Wolodymyr Selenskyj noch immer „hunderte“ Menschen unter den Trümmern eingeschlossen. Mehr als 130 Menschen hätten gerettet werden können, teilte Selenskyj am Freitag mit. Das Theater hatte als Zufluchtsort für Zivilisten gedient. Russland bestreitet, für die Bombardierung des Gebäudes verantwortlich zu sein.

„Hunderte Einwohner von Mariupol sind noch unter dem Schutt“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft im Onlinenetzwerk Facebook. Er kündigte an, dass die Bergungsarbeiten in dem zerstörten Theatergebäude trotz des fortdauernden russischen Beschusses der Stadt weitergehen sollten. Ukrainischen Schätzungen zufolge hatten etwa tausend Menschen in dem Theater Schutz gesucht. Der Bombenschutzkeller des Theaters überstand das Bombardement, wie die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmila Denisowa, am Freitag mitgeteilt hatte.

Ukraine News: UN besorgt über Lage in Mariupol - „Die letzten Reserven an Essen und Wasser gehen zu Ende“

Update vom 18. März, 14.55 Uhr: Die Vereinten Nationen sind extrem besorgt über die Lage in der umkämpften Stadt Mariupol in der Ukraine. Ein Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) sagte am Freitag in Genf: „Die letzten Reserven an Essen und Wasser gehen zu Ende.“ Zudem fehlten Versorgungsgüter und Medikamente, was verheerende Konsequenzen haben könne, hieß es vom UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Immer noch könnten keine Hilfskonvois die Stadt erreichen. Auch sonst sei die Versorgungskette nicht mehr gewährleistet. Aus Angst vor Schüssen zögerten Lkw-Fahrer, sich ans Steuer zu setzen.

Ukraine-Krieg: Russlands Raketenvorräte fast vollständig aufgebraucht?

Update vom 18. März, 13.40 Uhr: Aus der Ukraine verlautet, Russland habe seine Raketenvorräte fast vollständig aufgebraucht. Mit dieser Information zitiert der Kyiv Independent auf Twitter den ukrainischen Generalstab. Den Angaben zufolge arbeite der russische Militärsektor rund um die Uhr daran, seine Bestände wieder aufzufüllen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Update vom 18. März, 13.30 Uhr: Angaben des russischen Staatsfernsehens zufolge will Putin heute eine Ansprache an die Bevölkerung Russlands halten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Diplomatie-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Ein Blick auf einen zerstörten Mehrfachraketenwerfer der russischen Armee am Stadtrand von Charkiw am 16. März 2022 inmitten des anhaltenden Ukraine-Kriegs.
Ein Blick auf einen zerstörten Mehrfachraketenwerfer der russischen Armee am Stadtrand von Charkiw am 16. März 2022 inmitten des anhaltenden Ukraine-Kriegs. © Sergey Bobok/AFP

Ukraine News: Berichte über angeblich festgenommenen General

Update vom 18. März, 12.20 Uhr: Berichten zufolge soll Russlands Machthaber Wladimir Putin einen seiner ranghöchsten Generäle festnehmen lassen haben . „Drei unabhängige Quellen berichten, dass der stellvertretende Chef der russischen Rosgvardia (eine Einheit der inneren Armee der RU, die enorme Verluste in der Ukraine erlitten hat), General Roman Gawrilow, vom FSB festgenommen wurde. Gawrilov hatte zuvor auch im FSO, Putins Sicherheitsdienst, gearbeitet“, twitterte der bulgarische Investigativ-Journalist und Russland-Experte des Recherchenetzwerks Bellingcat, Christo Grozew. Bereits am Mittwoch hatte Putin in seiner Rede von „Verrätern“ im Ukraine-Krieg gesprochen. Für die Festnahme gibt es bislang keine offizielle Bestätigung.

Für die angebliche Verhaftung gibt es aktuell unterschiedliche Erklärungen. Auf Twitter schrieb Grozew davon, dass kursiere, dass Roman Gawrilow militärische Informationen weitergegeben habe. „Zwei andere Quellen sagen, dass er ‚Treibstoff verschwendet‘ hat“, sei Grozew zufolge die andere Theorie. Eines sei klar: „Es besteht kein Zweifel, dass Putin erkennt, in welch tiefem Schlamassel sich diese Operation befindet“, so Grozew weiter. „Es ist so schlimm, dass er mitten im Rennen die Pferde wechselt – ein großes Tabu im Krieg.“

Russland kämpft nun angeblich mitten im gebeutelten Mariupol – Ukrainer hoffen auf neue Fluchtkorridore

Erstmeldung vom 18. März, 10.50 Uhr: Kiew – Der Ukraine-Krieg geht mit unverminderter Härte weiter. Am Freitag wurde aus der bislang größtenteils verschonten Stadt Lwiw nahe der polnischen Grenze eine heftige Explosion in der Nähe des Flughafens vermeldet.

Aber gerade auch die Situation in der ukrainischen Hafenstadt Mariupol bleibt im Ukraine-Krieg* katastrophal. Nach eigenen Angaben ist Russlands* Armee mit ihren separatistischen Verbündeten ins Stadtzentrum vorgerückt, wo am Freitag gekämpft wurde. „In Mariupol ziehen die Einheiten der Volksrepublik Donezk mit Unterstützung der russischen Streitkräfte ihren Belagerungsring enger und bekämpfen die Nationalisten im Zentrum der Stadt“, erklärte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Der Sprecher versicherte auch, dass die russischen Streitkräfte und die pro-russischen Separatisten inzwischen 90 Prozent des Gebietes der Region Luhansk kontrollierten, die ebenso wie Donezk von Moskau als unabhängige „Volksrepublik“ anerkannt wurde.

Ukraine-Krieg: Russland will 90 Prozent des ukrainischen Gebiets Luhansk erobert haben - News aktuell

Die russische Armee hat von weiteren Geländegewinnen im ostukrainischen Verwaltungsgebiet Luhansk berichtet. 90 Prozent seien unter Kontrolle gebracht worden, sagte Generalmajor Igor Konaschenkow, Sprecher des Verteidigungsministeriums, am Freitag in Moskau. Die Kräfte der Volksrepublik Luhansk seien „mit Feuerunterstützung der russischen Streitkräfte“ vorgerückt.

Die selbst ernannten „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk werden seit 2014 von Russland unterstützt und ausgerüstet. Das von ihnen kontrollierte Territorium umfasste vor dem russischen Angriff vom 24. Februar nur einen Teil der ukrainischen Verwaltungsgebiete Luhansk und Donezk. Die Separatisten beanspruchen diese größeren Gebiete - deren Eroberung ist eines der Kriegsziele Moskaus. Konaschenkow sprach auch von Geländegewinnen der Kräfte der Volksrepublik Donezk. Mit russischer Unterstützung zögen diese Kräfte den Ring um die Hafenstadt Mariupol enger. Im Stadtzentrum würden ukrainische Truppen bekämpft - der russische General sprach von „Nationalisten“.


Zivilisten folgen einem humanitären Korridor aus der umkämpften Stadt Mariupol.
Zivilisten folgen einem humanitären Korridor aus der umkämpften Stadt Mariupol. © IMAGO/Mikhail Tereshchenko

Die russische Armee zerstörte nach eigenen Angaben seit dem 24. Februar 183 Drohnen, 1406 Panzer und Panzerfahrzeuge, 138 Lafetten mit Raketenartillerie, 535 Artilleriegeschütze und 1200 Fahrzeuge der ukrainischen Streitkräfte. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.

Ukraine-News aktuell: Ankündigung von neun Fluchtkorridore für Zivilisten

Ukrainischen Angaben zufolge sind für Freitag landesweit erneut neun Fluchtkorridore geplant, über die Zivilisten aus umkämpften Gebieten in Sicherheit gebracht werden sollen. Aus der von Russland belagerten Hafenstadt Mariupol sollen Menschen ins nordwestlich gelegene Saporischschja fliehen können, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Vormittag in einer Videobotschaft. Weitere sogenannte Korridore soll es beispielsweise in der nordöstlichen Region Sumy geben, die aus verschiedenen Städten ins zentralukrainische Poltawa führen.

Nach Mariupol, wo die Lage besonders dramatisch ist, sei zudem noch immer ein Tanklaster mit Kraftstoff für Privatautos auf dem Weg, sagte Wereschtschuk. In den vergangenen Tagen war Tausenden Zivilisten die Flucht aus Mariupol in eigenen Fahrzeugen geglückt. Viele stecken aber weiter in der Stadt am Asowschen Meer, in der es seit Tagen keinen Strom, kein Wasser und keine Heizung mehr gibt, fest. Hilfskonvois kommen nach Angaben aus Kiew* nicht bis zu den Menschen dort durch. (dpa/AFP/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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