Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, während der Neujahrsansprache
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Kim Jong-un ist seit 2011 der „Oberste Führer“ Nordkoreas

Der Staatschef von Nordkorea im Überblick

Leben und Politik von Kim Jong-un 

Kim Jong-un zwischen Politik und Familie – Das Leben und die Politik des Diktators von Nordkorea

  • Kim Jong-un ist seit 2011 der „Oberste FührerNordkoreas.
  • Der Politiker trat nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il in dessen Fußstapfen und regiert sein Land diktatorisch.
  • 2012 heiratete er die Sängerin Ri Sol-ju. 2013 bekam das Paar eine Tochter, es soll allerdings noch weitere Kinder haben.

Der nordkoreanische Politiker Kim Kong-un wurde am 8. Januar 1984 in Pjöngjang geboren und wuchs als Sohn des Politikers Kim Jong-il und dessen dritter Ehefrau Ko Yong-hi auf. Er ist der „Oberste FührerNordkoreas und regiert sein Land in einer Diktatur. Politisch gehört er der Partei der Arbeit Koreas an. Sein Geburtsdatum war lange Zeit ein Geheimnis und wurde auf die frühen 80er-Jahre geschätzt, bis eine Tante mütterlicherseits das korrekte Jahr enthüllte.

Über sein Privatleben ist nicht viel bekannt. Er ist Diabetiker und leidet an Übergewicht, ist ein Basketball-Fan und soll als Kind gern Jackie Chan-Filme geschaut haben.

Politisch sorgt der Diktator immer wieder mit seinem Faible für Raketen und seiner Experimentierfreudigkeit mit Atomwaffen sowie mit den Verletzungen der Menschenrechte durch sein politisches Regime für innenpolitische und außenpolitische Konflikte.

Kim Jong-un: Seine Kindheit und Ausbildung

Kim Jong-un wurde bereits als Kind auf seine Rolle als späterer Führer Nordkoreas vorbereitet. Eine Tante des Politikers, die Schwester seiner Mutter, ist vor über 20 Jahren aus dem Land ihres Schwagers und nun Neffen geflüchtet und lebt seitdem unter einer neuen Identität in Amerika. In einem anonymen Interview mit der ‚Washington Post‘ erzählte sie vor einigen Jahren ein paar Details aus dem Leben und der Kindheit des Diktators. Schon als Junge sei Kim Jong-un es gewohnt gewesen, seinen Willen zu bekommen und habe bei Anordnung, wie zum Beispiel, Schulaufgaben zu machen, Tobsuchtsanfälle bekommen oder einfach aufgehört zu essen. Zu seinem achten Geburtstag bekam der Junge eine kleine Generalsuniform geschenkt und von da an sollen ihm sogar echte Generäle Respekt entgegengebracht haben. Dass er einmal Staatsführer werden würde, wusste der kleine Kim Jong-un schon damals.

Eine Schulbildung soll Kim Jong-un in der Schweiz erhalten haben. Unter falschem Namen besuchte der Nordkoreaner damals von 1993 bis 1998 die private International School (ISB) in Gümlingen bei Bern und gab sich angeblich als Sohn eines Angestellten der nordkoreanischen Botschaft aus. 1998 verließ er die Schule aus heiterem Himmel und wechselte an die öffentliche Liebefeld Steinhölzli Schule in Köniz. Auch hier gab er sich als Sohn eines Botschaftsangestellten aus, wurde aber immer von einem Leibwächter begleitet. Einige wenige Schüler, mit denen sich der heutige Diktator anfreundete und denen er teilweise sogar seine wahre Identität offenbart haben soll, erinnern sich an den Politiker als sehr schüchtern, Basketball-interessiert und mit einem Faible für Jackie Chan-Filme.

In der Schule hat Kim Jong-un zuerst eine Sonderklasse für fremdsprachige Kinder besucht, bevor er die restlichen Jahre in der Schweiz in normalen Schulklassen verbrachte. Seine Noten sollen damals eher mittelmäßig gewesen sein: In Mathe, Deutsch und Englisch bekam er etwa die Note 4, in Sport und Musik eine 2 und in den Naturwissenschaften eine durchschnittliche 3. Sein damaliger Deckname war Pak-un, sein älterer Bruder Kim Jong-chul, der ebenfalls mit in der Schweiz war, nannte sich Pak-chul. Eine Tante habe sich als Mutter der Jungen ausgegeben.

Offiziell bestätigt wurden die Gerüchte um die Schweizer Schulbildung Kim Jong-uns nie, allerdings ist recht sicher, dass er Diktator danach von 2002 bis 2007 die Kim-Il-sung-Universität in Pjöngjang besucht haben soll.

Kim Jong-un: Die Familie des Diktators

Kim Jong-un hat zwei ältere Brüder, eine ältere und eine jüngere Schwester. Seine ältere Schwester Kim Sol-song und sein älterer Bruder Kim Jong-nam stammen aus Kim Jong-ils ersten beiden Ehen, Kim Jong-un und seine Geschwister Kim Jong-chul und Kim Yo-jong stammen aus der dritten Ehe ihres Vaters mit Ko Yong-hi, die 2004 an Krebs starb. Obwohl der jetzige Machthaber erst der dritte Sohn des ehemaligen Diktators ist, der im Jahr 2011 an einem Herzinfarkt verstarb, wurde er trotzdem von seinem Vater noch zu Lebzeiten als Nachfolger auserkoren. Kim Jong-uns Bruder Kim Jong-chul lebt zwar noch, ist in seinem Land aber dafür bekannt, gern westliche Musik zu hören und war vom Vater offenbar als zu weibisch für die Position als Staatsführer angesehen worden.

Der Halbbruder Kim Jong-nam sprach sich 2010 gegen das Phänomen aus, dass auch in seiner Generation noch immer politische Macht vererbt wird. Er fiel danach in Ungnade, ging ins Exil und 2017 starb er nach einem Attentat auf ihn am Flughafen von Kuala Lumpur in Malaysia und einer Vergiftung mit dem Nervengift VX.

Kim Jong-uns Onkel Jang-Song thaek, der zuvor Mitglied des Politbüros der Partei der Arbeit Koreas und stellvertretender Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission war, wurde 2013 vom Regime seines Neffen zum Tode verurteilt, weil er angeblich die diktatorische Regierung hatte stürzen wollen. Über die Art der Hinrichtung gab es verschiedene Gerüchte. Eines davon besagt, dass er gemeinsam mit einigen seiner engsten Mitarbeiter an 120 hungrige Hunde verfüttert wurde, weil die Brüder Kim Jong-un und Kim Jong-chul eine normale Hinrichtung per Gewehr als zu gnädig für ihren Onkel empfanden. Allerdings wurde dieses Gerücht nie bestätigt und nur von eher unglaubwürdigen Medien als Wahrheit verkauft.

Seiner Schwester Kim Yo-jong schenkt Kim Jong-un dafür umso mehr Vertrauen. Ihr überließ er im Sommer 2020 angeblich einige Staatsgeschäfte, um die sich die Politikerin in Zukunft selbst kümmern wird und außerdem soll er sie zur Vize-Diktatorin ernannt haben, womit sie hinter ihm die Nummer Zwei des Landes ist. In Zukunft soll sie sich unter anderem um die Geschäftsbeziehungen zu Südkorea und den USA kümmern. Als enge Vertraute ihres Bruders kennt sie bereits die Regierungen der anderen Länder, da sie Kim Jong-un auf Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in, Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump begleitete. Darüber hinaus ist sie die Direktorin des Ministeriums für Propaganda und Agitation von Nordkorea. Sie wird als Nachfolgerin ihres Bruders gehandelt, sollte diesem einmal etwas zustoßen, ist allerdings noch nicht offiziell seine Machterbin.

Verheiratet ist Kim Jong-un mit der ehemaligen Sängerin Ri Sol-ju, mit der er mehrere Kinder haben soll. Am 25. Juli 2012 wurde in den Medien und von der Korean Central News Agency berichtet, dass der Staatschef eine Ehefrau habe, die Hochzeit soll allerdings bereits 2009 stattgefunden haben. Nachdem der Vater und ehemalige Diktator des Landes, Kim Jong-il, im Jahr 2008 einen Schlaganfall hatte, wollte er die Hochzeit seines Sohnes so schnell wie möglich feiern. 2010 soll dann bereits ein Sohn zur Welt gekommen sein, 2013 die Tochter Kim Ju-ae und 2017 ein weiteres Kind. Bestätigt wurde aber nur die Geburt der Tochter, nachdem der amerikanische Basketballstar Dennis Rodman im März 2013 zu Besuch in Nordkorea beim basketballbegeisterten Diktator war und später den internationalen Medien von dem gesunden kleinen Mädchen berichtete.

Kim Jong-uns politische Laufbahn und Wirken als „Oberster Führer“

Kim Jong-un ist nicht nur seit dem 29. Dezember 2011 der „Oberste Führer“, also der Diktator von Nordkorea, sondern auch der Vorsitzende des Komitees für Staatsangelegenheiten, Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee und Vorsitzender seiner Partei der Arbeit Koreas. Schon im Jahr davor wurde er zum General ernannt worden und nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il trat er in dessen Fußstapfen als alleinherrschender Diktator Nordkoreas. Am 18. Juli 2012 wurde er in den Rang eines Marshalls erhoben und hat somit den militärischen Rang inne, den auch sein Vater zuletzt bekleidete, der wiederum ebenfalls die Position des Staatschefs von seinem Vater Kim Il-sung geerbt hatte.

Ein sehr negativer Aspekt von Kim Jong-uns Politik, den er von seinem Vater übernommen hat, sind die argen Verstöße gegen die Menschenrechte. Bereits zu Regierungszeiten von Kim Jong-il wurden zum Beispiel Menschen öffentlich und auf teilweise grausame Arten hingerichtet oder in Internierungslagern festgehalten. Auch von Folter ist immer wieder zu hören und Nordkoreaner, die dem Land entfliehen wollen, wurden bereits an der Grenze erschossen.

Eine Amtshandlung, die Kim Jong-un direkt nach seinem Regierungsantritt durchführte, war die Wiedereinführung der Neujahrsansprache im Koreanischen Staatsfernsehen. Sein Großvater hatte diese jedes Jahr gehalten, sein Vater hatte auf diese Tradition verzichtet. Kim Jong-un aber führte die Rede wieder ein und gab am 1. Januar 2013 die Staatsziele des Jahres bekannt. Er wolle unter anderem den Lebensstandard der Bevölkerung erhöhen, der Landwirtschaft einen wirtschaftlichen Aufschwung verschaffen und die Konflikte mit Südkorea beilegen. Andererseits habe er aber auch vor, noch mehr du bessere Waffen zu entwickeln und das Militär auszubauen. Er machte aber auch das Leben für die Menschen in Nordkorea ein wenig einfacher. Ausländer dürfen dort nun das Internet und Handys verwenden und seit September 2012 dürfen Bauern Teile ihrer Ernten verkaufe. Im März 2014 hielt Kim Jong-un eine Wahl für das nordkoreanische Parlament ab, bei der alle Kandidaten aber ohnehin mit 100% der Stimmen gewählt wurden.

Bekannt ist Nordkorea vor allem auch für den Raketen- und Atomwaffen-Faible des Diktators, der bereits seit Jahren damit experimentiert und immer wieder den Ärger von UN und USA auf sich zog. Auch Südkorea drohte Kim Jong-un immer wieder mit Angriffen. Seit August 2017 dürfen Amerikaner nach einem Beschluss von US-Präsident Donald Trump nicht mehr nach Nordkorea reisen und auch die EU verschärfte 2017 die Sanktionen gegen das Land. 2018 erklärte Kim Jong-un in seiner Neujahrsrede, dass der Knopf für den Abschuss der Atomwaffen auf seinem Schreibtisch und die USA in Reichweite sei. Trump antwortete daraufhin, dass er auch so einen Knopf habe, der auch funktioniere.

Mittlerweile hat sich die Lage ein wenig entspannt und beim USA-Nordkorea-Gipfel in Singapur am 12. Juni 2018 trafen sich Trump und Kim und der Diktator unterschrieb ein Dokument, nach dem Nordkorea die nuklearen Waffen vollständig abrüsten werde. Beide Länder hätten nun vor, den Frieden zu stärken. Auch auf Südkorea ist der Diktator wieder zugegangen. Bei einer Militärparade zum 75. Gründungstag der Partei der Arbeit hielt der Staatschef eine Rede, die ihn selbst zu Tränen rührte, und in der er erklärte, er wolle Südkorea die Hand reichen, da die Sanktionen gegen sein Land und die damit einhergehenden Handelsnachteile sich während der Corona-Pandemie deutlich bemerkbar gemacht haben.

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