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Shakehands unter Staatsmännern: Nordkoreas Diktator Kim Jong-Un (l.) besuchte Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin in Wladiwostok.

Die wichtigsten Fragen nach dem Gipfel

Treffen zwischen Kim und Putin: Welche Rolle Trump spielen könnte

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In Wladiwostok haben sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un und Russlands Staatschef Wladimir Putin ausgetauscht. Was steckt dahinter? Und was kommt nun auf US-Präsident Donald Trump zu?

München/Wladiwostok - Zwei Monate nach dem gescheiterten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Nordkoreas Diktator hat sich Kim Jong Un am Donnerstag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin getroffen - zwei Stunden lang unter vier Augen, länger als geplant. Danach folgten Gespräche im größeren Kreis. Der Nordkoreaner, den Trump seinen „Freund“ nennt, geht fremd. Die tz erklärt, was dahintersteckt.

Wie lief das Treffen von Putin und Kim?

Beide Seiten nannten es „inhaltsvoll“. Der russische Präsident erklärte nach rund fünfstündigen Gesprächen im russischen Wladiwostok, Nordkorea brauche Sicherheitsgarantien im Gegenzug für eine atomare Abrüstung. Nur die Einhaltung internationalen Rechts und nicht „das Recht des Stärkeren“ könne den Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm lösen, sagte Putin weiter.

Was bezweckt Putin mit dem Kim-Treffen?

Zum einen kann Putin Russland einmal mehr als wiedererstarkte Weltmacht präsentieren, ohne die die großen internationalen Konflikte nicht gelöst werden können - wie zuletzt schon in Venezuela, Libyen oder Syrien. Zum anderen ist Russland genauso wie die USA und China daran interessiert, dass Nordkorea seine Atomwaffen abbaut. Russland habe als direkter Nachbar Nordkoreas wirtschaftliche wie geopolitische Interessen in der Region, meint Korea-Experte Hartmut Koschyk (CSU). „Da geht es um die Rohstoffe Nordkoreas. Da geht es aber auch um Verkehrsinfrastruktur: Es gibt seit Langem die Idee einer direkten Eisenbahnverbindung durch Süd- und Nordkorea über Russland nach Europa.“

Schon jetzt habe Russland viel in eine Sonderwirtschaftszone an der Grenze investiert. Konkret ging es auch um die rund 10.000 nordkoreanischen Arbeiter in Russland, die wegen der Sanktionen gegen Nordkorea bis zum Jahresende in ihre Heimat zurückkehren müssen. Arbeitskraft ist eines der wenigen Exportgüter Nordkoreas.

Prüfender Blick: Kim Jong-Un (l.) und Wladimir Putin tauschten auch landestypische Geschenke.

Was bezweckt Kim?

Der nordkoreanische Diktator will das Treffen vor allem nutzen, um Trump zu zeigen, dass er trotz des internationalen Drucks Allianzen schmieden kann. Die Verbindungen zwischen Pjöngjang und Moskau sind seit gemeinsamen kommunistischen Zeiten eng. Kim wolle nun durch seinen ersten Russland-Besuch die USA zum Kurswechsel bewegen, meinte der Moskauer Experte Wladimir Frolow. Der Plan Putins könnte da Brücken bauen: Statt eines kompletten Endes des Atomprogramms, wie es die USA wollen, ein Vorgehen in Etappen. Für jeden Schritt bei der Abrüstung sollen im Gegenzug UN-Sanktionen gegen Pjöngjang fallen.

Kim-Gipfel: Wird Trump auf Putins Vermittlung eingehen?

Das ist durchaus wahrscheinlich. Putin erklärte, er wolle die US-Seite offen über das Treffen mit Kim informieren. „Es gibt keine Geheimnisse, keine Verschwörungen“, sagte er bei einer live im Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz. Kim habe ihn darum gebeten, den USA die Position Nordkoreas noch einmal zu übermitteln, sagte Putin. Das Nordkorea-Problem sei eines der wenigen, bei dem die Zusammenarbeit Russlands und der USA noch voll erhalten sei, glauben russische Experten gegenüber „Moskowski Komsomolez“. „Und die Amerikaner hören auf unsere Meinung“, so die Moskauer Zeitung.

Dafür spricht, dass ein US-Sondergesandter vor dem Wladiwostok-Gipfel Moskau besucht hatte - mit Blick auf dieses erste Treffen von Putin und Kim. US-Außenminister Mike Pompeo sagte, er erwarte „holprige“ und „herausfordernde“ künftige Gespräche Pjöngjangs mit den USA. Er hoffe auf weitere „Gelegenheiten für einen ernsthaften Austausch“.

In unserem Ticker rund um das Weiße Haus halten wir Sie über alle Entwicklungen aus den USA auf dem Laufenden.

KR

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