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Hier kommentiert Merkur-Redakteur Werner Menner. 

Kinderfoto rüttelt die Welt auf

Kommentar: Aleppo entkommt dem Grauen nicht

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Das Bild eines fünfjährigen Kindes geht um die Welt und zeigt einmal mehr das Grauen von Aleppo, das vor einer aussichtslosen Zukunft steht. Ein Kommentar von Werner Menner. 

Wenn man von ihnen berichtet, passen die längsten Qualen in die kürzesten Sätze, sagte schon der Schriftsteller Alexandre Dumas. Es bedarf der Bilder, um das Unfassbare auch für den fernen Betrachter nahezu unerträglich zu machen, um die Unmenschlichkeit eines jeden Krieges immer wieder ins Bewusstsein zu rufen, um die Menschen am Vergessen und Verdrängen zu hindern.

Der tote syrische Flüchtlingsbub Aylan Kurdi am Strand von Bodrum in der Türkei hat der Welt die Dimension des Flüchtlingsdramas vor Augen geführt. Der fünfjährige Omran Daqneesh, der verstaubt und blutig ins Leere starrt, symbolisiert die Qualen der Menschen in einer der einst schönsten Städte des Vorderen Orients: Aleppo. Hoffnungslosigkeit – das ist es, was inzwischen auch den Alltag der Menschen in Aleppo prägt. Einer Stadt, die zwischen den Fronten zerrieben und zu einem gewaltigen Friedhof wird – in einem Krieg, der seit fünf Jahren tobt und bereits mehr als 400.000 Todesopfer gefordert hat.

Aleppo wird erneut in die Geschichte eingehen – diesmal als Ort des Grauens. Weil die Machtgier Einzelner, der religiöse Wahn vieler und die geopolitischen Ambitionen der Großmächte nahezu jeden Lösungsversuch bereits im Ansatz scheitern lassen. Omran hat überlebt, aber auch sein Leben ist zerstört.

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