Zwei Euro pro Kind im Monat

Kindergeld: Erhöhung wohl erst 2016

Berlin - Die Bundesregierung will das Kindergeld wohl doch erst 2016 erhöhen. Für Eltern bedeutet das vorübergehend einen Verzicht auf zwei Euro pro Kind im Monat. Die Idee hatte Finanzminister Schäuble.

Die schwarz-rote Koalition will das Kindergeld einem Zeitungsbericht zufolge voraussichtlich erst in zwei Jahren erhöhen. Im Gespräch sei, die Zahlungen an Eltern erst ab 2016 zu erhöhen und dies dann umso deutlicher zu tun, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vom Dienstag unter Berufung auf Koalitionskreise. Gleichzeitig solle dann auch der sogenannte Kinderzuschlag für Geringverdiener steigen. Dieser wird an Geringverdiener mit Kindern gezahlt, um zu verhindern, dass sie zusätzlich zu ihrem Einkommen noch Harz-IV-Leistungen beziehen müssen.

Der Kinderzuschlag kommt Familien zugute, die mit ihrem eigenen Einkommen nicht über die Bezüge aus dem Arbeitslosengeld II kommen, den sogenannten Aufstockern. Diese können zu ihrem Einkommen Wohngeld und Kinderzuschlag beantragen, um nicht mehr auf Hartz IV angewiesen zu sein. Der Kinderzuschlag beträgt derzeit maximal 140 Euro.

Das Kindergeld beträgt derzeit für das erste und zweite Kind 184 Euro, für das dritte 190 und für jedes weitere 215 Euro.

Für Eltern geht es pro Kind um zwei Euro mehr im Monat

Hintergrund eines möglichen Erhöhungsverzichts ist der jüngste Bericht über das Existenzminimum, der für Anfang dieses Jahres eine Anhebung des Steuer-Freibetrags für Kinder um 72 Euro auf insgesamt 7080 Euro vorsieht. Würde das Kindergeld entsprechend angehoben, bekämen Eltern pro Kind zwei Euro mehr im Monat. Den Staat würde das etwa 425 Millionen Euro im Jahr kosten. Bereits die schwarz-gelbe Koalition hatte die auf die Erhöhung verzichtet.

Die Überlegung geht dem Bericht zufolge auf einen Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zurück, dem ein vorläufiger Verzicht auf die Erhöhung helfen würde, 2015 einen Bundeshaushalt ohne Neuverschuldung vorzulegen.

dpa/AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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