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Georg Hupfauer.

Skandal weitet sich aus

Kinderporno: KAB-Chef tritt zurück

Köln - Die Kinderpornografie-Debatte beschäftigt jetzt auch die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung. Ihr langjähriger Bundesvorsitzender Hupfauer ist wegen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen zurückgetreten.

Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ist der Chef der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Georg Hupfauer, zurückgetreten. Der bisherige KAB-Vorsitzende habe dies am Mittwoch erklärt, teilte die Sozialorganisation am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit. Hintergrund sei ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Aachen gegen den langjährigen Bundesvorsitzenden. Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit habe der KAB-Führungskreis aus der Presse von den Vorwürfen erfahren.

Die Staatsanwaltschaft Aachen bestätigte am Donnerstag Informationen der „Bild“-Zeitung, dass gegen Hupfauer bereits seit März 2013 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischem Material anhängig sei. Im Mai 2013 hätten die Ermittler das Privathaus von Hupfauer durchsucht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen der Nachrichtenagentur dpa. Es seien Beweismittel beschlagnahmt worden. Details nannte er nicht. Laut „Bild“-Zeitung würden Speichermedien wie Computer-Festplatten und USB-Sticks des langjährigen KAB-Chefs derzeit noch ausgewertet.

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Hupfauer spricht im Interview mit dem „Express“ von einem riesigen Fehler, den er begangen habe: „Ich räume ein, dass ich über Jahre hinweg im Internet frei zugängliche, pornografische Seiten querbeet besucht habe. Darunter hat sich auch Kinderpornografie befunden. Ich habe nicht gezielt danach gesucht, aber ich war auf diesen Seiten“, sagte er der Zeitung. „Nach Herrn Edathy bin ich ab heute der zweitbekannteste Mann Deutschlands. Mir ist bewusst, dass es das bisherige Leben des Georg Hupfauer nicht mehr geben wird.“

dpa

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