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"Sure, he’s a dog", lernt die Welt über Horst Seehofer.

In Londoner Magazin

Briten lüften Geheimnis um "King Horst"

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München – Die Londoner Zeitschrift "Economist" widmet sich Horst Seehofer. In einem Artikel versucht das Magazin, das Geheimsnis um seine Person zu lüften - und erzählt von Modelleisenbahnen, seiner CSU – und der grünen Gegnerin Bause.

„A Hund is er scho‘“, urteilen die Journalisten, aber weil das keiner ihrer Leser versteht, übersetzen sie brav: „Sure, he’s a dog.“ Horst, der Hund – so pirscht sich das renommierte britische Magazin The Economist an das Wesen des Ministerpräsidenten heran. Die aktuelle Ausgabe (1,4 Millionen Auflage in 200 Ländern) analysiert Horst Seehofer ganzseitig – aus britischer Sicht, aber bis in Details treffend und weniger gemein, als möglich wäre.

Eigentlich sei Seehofer ja eher ein Spießer, mit seiner Modelleisenbahn im Keller und dem gewöhnlichen Geschmack. Ein stämmiger, jovialer Bayer mit sonor gerolltem „r“ eben. Das „Erfolgsgeheimnis von König Horst“ – so der Titel – sei aber sein Ohr am Volk. Man müsse ihn mal erleben im Bierzelt bei seiner „Koalition mit dem Bürger“, schreibt der Economist. Er höre alles aus dem Volk und bringe die Zuhörer in Stimmung mit seinen hinterhältigen, listigen Anspielungen gegen die Bürokraten in Brüssel und Berlin, gegen Zuwanderer in die Sozialsysteme und gegen ausländische Autofahrer, die deutsche Autobahnen verstopfen. Den „Macho-Mix aus Schauder und Bewunderung“ habe er, und das sei unverzichtbar für politischen Erfolg in Bayern.

Keine Partei Europas könne dabei so wie die CSU regionale und nationale Macht auf sich vereinen. Sie beherrsche die scharfe, freche Sprache des bayerischen Patriotismus. Das reicht für Seehofers Doppelstrategie: Erst Ärger in Brüssel und Berlin machen, damit die Bayern wissen: Der kümmert sich um uns. Dann den Ärger schnell beilegen, ehe er Kanzlerin Angela Merkel oder gar dem Land schadet. Für böse Zungen sei das verantwortungsloses „flip-flopping“ – ein Begriff, der schöner ist als jeder Drehhofer-Vorwurf der Opposition.

Die kommt im Economistauch zu Wort. Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause schimpft über Seehofers Populismus bei den Stromtrassen: „Er gefährdet damit die ganze Energiewende.“ Er treibe die Leute auf die Bäume, rätselt Bause: „Wie kriegt man die wieder runter?“  

cd

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