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Papst Benedikt und Georg Gänswein

Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche

Missbrauchsskandal in der Kirche: Hat Ex-Papst Benedikt die Täter gedeckt?

Immer wieder kommen Skandale um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche ans Licht. Jetzt wurden schwere Vorwürfe gegen Papst Benedikt XVI. laut.

Vatikan - Papst Benedikt war der Stolz vieler deutscher Katholiken. Auch weniger religiöse Bundesbürger schlossen sich dem Hype um den deutschen Joseph Ratzinger an, als dieser 2005 Oberhaupt der katholischen Kirche wurde. Doch nun liegt ein schwerer Verdacht gegen ehemaligen Papst (92) vor: Er soll mit seinem Privatsekretär Georg Gänswein (63) jahrelang sexuelle Übergriffe im Vatikan gedeckt und vertuscht haben. Das berichtet die Bild-Zeitung. 

Ein deutscher Prälat, der im Staatssekretariat von Papst Benedikt eine Abteilung führte, soll über Jahre im Vatikan Priester sexuell bedrängt haben. Schriftliche Hinweise, die an Papst Benedikts Privatsekretär gesandt wurden, blieben jedoch ohne Folgen. Das berichtet die Bild-Zeitung und beruft sich dabei auf Dokumente, die der Bild-Redaktion vorliegen sollen.

Missbrauchsskandal in der Kirche: Vorwürfe auch gegen Papst Benedkit 

Dabei sollen die Folgen dieser Vorwürfe für den Prälaten recht harmlos ausgefallen sein. Zunächst soll er als diplomatische Vertretung des Papstes ins Ausland gesandt worden sein. Nach erneuten Vorwürfen sei eine Versetzung in sein Heimat-Bistum erfolgt, so Bild

„Es ist schlimm, dass ich die Bilder eines geil keuchenden Prälaten, der mir in den Schritt fasst und den Moment nutzt, mir seine Zunge in den Mund zu drücken, nicht aus meinem Kopf vertreiben kann“, zitiert Bild das Opfer. Der Fall liegt inzwischen der Staatsanwaltschaft vor. Die Anwältin des beschuldigten Prälat beteuert seine Unschuld. Der Prälat muss derzeit seine Ämter ruhen lassen. 

Skandal im Vatikan - Deckte Papst Benedikt Sextäter in der Kirche?

Mindestens sieben Jahre lang soll Benedikts Privatsekretär Gänswein von den Vorwürfen gewusst haben. Das legt nahe, dass er auch den Papst über die Vorwürfen informiert hat. Alexander Stevens, Rechtsanwalt des Opfers, erklärte gegenüber Bild: „Es geht nicht nur um Sexualstraftaten eines einzelnen römischen Kirchenfunktionärs, sondern auch um gezielte Einschüchterung, Amtsmissbrauch und systematische Strafvereitelung durch die oberste Führungsriege der Kirche, deren Verpflichtung die weltweite Bekämpfung übergriffiger Priester wäre.“

Immer wieder muss sich die katholische Kirche seit Mitte der 1990er Jahre Missbrauchsvorwürfen und ihrer systematischen Vertuschung stellen. Unter Papst Franziskus gibt es erste Versuche der Kirche, diese Verharmlosungskultur sexueller Übergriffe zu bekämpfen. 

Jenseits der Kirchen-Skandale: Vatikan verurteilt „Gender-Ideologien“

LautBild soll der Angeklagte Prälat seinem Opfer nicht nur Zungenküsse aufgedrängt haben. Unter anderem soll er ihn mit einer Hand gewürgt haben, während er mit der anderen dessen Geschlechtsteile quetschte. 

Jenseits der Missbrauchsskandale versucht sich die katholische Kirche in modernen Themen zu positionieren. Unter anderem erklärte der Vatikan mit einem neuen Vorstoß zum Sexualleben, dass „Gender-Ideologien“ der Natur „widersprechen“

Eine Nachricht erschüttert die katholische Kirche, nachdem zwei Nonnen schwanger von ihrer Missionsarbeit zurückgekehrt sind.

Doch nun mischt sich der zurückgetretene Deutsche in ein kritisches Thema ein - und attackiert die Arbeit seines Nachfolgers.*

Lesen Sie auch: Ex-Papst Benedikt sehnt sich nach Bayern zurück

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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