Der seit Ende Januar laufende Tarifkonflikt hatte sich über Monate immer weiter verhärtet und mehrfach zu aufsehenerregenden bundesweiten Kita-Streiks geführt.
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Der seit Ende Januar laufende Tarifkonflikt hatte sich über Monate immer weiter verhärtet und mehrfach zu aufsehenerregenden bundesweiten Kita-Streiks geführt.

Kita-Streik: Fortschritte bei Tarifverhandlungen

Frankfurt/Main - Bei den Tarifverhandlungen für die Kita-Erzieher hat es am Wochenende Fortschritte, aber noch keine Einigung gegeben.

Am Sonntagabend sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske in Frankfurt am Main , in wesentlichen Fragen gebe es noch keinen Durchbruch. Die bereits seit Donnerstag in achter Runde tagenden Verhandlungskommissionen wollten in der Nacht weiter nach einem Kompromiss suchen. Für Montagmorgen (7.30 Uhr) wurde eine Pressekonferenz anberaumt.

“Wir sind deutlich aufeinander zugegangen“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende. Er sprach von einem konstruktiven Verhandlungsklima. Auch der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA, Thomas Böhle , sagte, es seien noch einige Knackpunkte offen. “Die wollen wir zügig und schnell klären“, versicherte Böhle in einer Verhandlungspause.

Der seit Ende Januar laufende Tarifkonflikt hatte sich über Monate immer weiter verhärtet und mehrfach zu aufsehenerregenden bundesweiten Kita-Streiks geführt. Insgesamt hatten sich daran rund 150.000 Beschäftigte beteiligt. Bei einem Scheitern der Verhandlungen drohen die Gewerkschaften mit einer Ausweitung der Streiks, die in den vergangenen Wochen wegen der Sommerferien nur in geringem Umfang stattfanden.

Tarifliche Einstufung und Gesundheitsvertrag

Ver.di und GEW verlangen mehr Geld und einen besseren Gesundheitsschutz für die rund 220.000 kommunalen Erzieherinnen und Sozialpädagogen. Ver.di hatte dem VKA eine Blockadehaltung vorgeworfen, im Gegenzug hatten die Arbeitgeber die Gewerkschaften dazu aufgerufen, die “wirtschaftlichen Realitäten zur Kenntnis zu nehmen“: Trotz sinkender Steuereinnahmen habe der VKA einen durchschnittlichen Einkommenszuwachs von 11,6 Prozent für die Erzieher angeboten.

Streitpunkt ist die Einstufung der kommunalen Beschäftigten des Sozial- und Erziehungsdienstes - neben den Erziehern in Kindertagesstätten sind dies Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in Ämtern, Jugendeinrichtungen und Behindertenwerkstätten - in den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes. Außerdem wird über einen Gesundheitstarifvertrag verhandelt, der die Arbeitsbedingungen verbessern soll.

ap

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